Essenszeit


Projekt 366-160121-4Mahlzeit, liebe Meise. Vor unserem Haus wächst ein Kirschbaum, und in dessen Geäst hängt meine Frau im Winter immer die schönsten Leckereien. Die Nicht-Zugvögel der Umgebung kommen jedenfalls gern und lassen sich, wenn man einfach nur dasteht und sich nicht groß bewegt, auch fotografieren. Allerdings komme ich in Sachen Tele-Objektiv hier deutlich an meine Grenzen. Erfahrene Vogel-Fotografen wissen: Unter 400 Millimeter geht eigentlich gar nichts, 600 Millimeter sind willkommen.

Ich habe dieses Bild mit 200 Millimeter Brennweite gemacht, und weil ich das Objektiv an eine Kamera mit APS-C-Sensor gesteckt habe, dessen Bilddiagonale um den Faktor 1,6 kürzer ist als bei meiner Vollformatkamera, sieht der Bildausschnitt so aus, als hätte ich ein Objektiv mit 320 Millimeter Brennweite verwendet.

Das ist gut, so kommt der Vogel größer aufs Bild. Aber wenn man bedenkt, dass ich nur sechs, sieben Meter entfernt stand, ist da noch viel Luft für ein richtiges Teleobjektiv in meiner Kameratasche.

Viele sprechen übrigens im Zusammenhang mit kleineren Kamerasensoren von dem Vorteil der Brennweitenverlängerung, das ist jedoch nicht ganz richtig. Die Brennweite ist nicht von der Kamera abhängig, sondern vom Objektiv. Insofern bleibt sie immer gleich, denn das Objektiv weiß ja nicht, mit welchem Sensor es zusammenarbeiten wird.

Daher verändern sich auch die optischen Phänomene, die direkt mit der Brennweite zu tun haben (Zusammenrücken von Vorder- und Hintergrund, Verzerrung), nicht, wenn man das Objektiv von einer Kamera an die andere steckt.

Auch die Tiefenschärfe eines 200-Millimeter-Objektivs ändert sich nicht am kleineren oder größeren Sensor. Man glaubt das immer nur, weil Tiefenschärfe eben nicht nur von der Brennweite, sondern auch von der Sensorgröße abhängt (je kleiner er ist, desto tiefenschärfer das Bild).

Will sagen: Mit einem echten 320-Millimeter-Objektiv am Vollformatsensor wäre der Ausschnitt dieses Bildes identisch gewesen, doch die Bildwirkung intensiver: Vorder- und Hintergrund wären dichter zusammengerückt, und der Vogel hätte sich noch besser vom unscharfen Hintergrund abgehoben.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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