Recht und Unrecht


Kammergericht, Verfassungsgericht, Berlin, Volksgerichtshof
Kammergericht, Berlin/D                    ©Stefan Anker

Das Gebäude kann ja nichts dafür. Aber wo heute das Berliner Landesverfassungsgericht seinen Sitz hat, hat sich auch eine der dunkelsten Stunden deutscher Rechtsgeschichte abgespielt. Ich bin schon häufig an diesem Gebäude vorbeigefahren, aber heute war das Wetter trüb genug, um es mal so zu inszenieren, wie es wahrscheinlich diejenigen gesehen haben, die dort im „Dritten Reich“ angeklagt waren.

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Kein Herz für Tiere


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Hochsitz, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Ich mag Hochsitze nicht besonders. Sie inspirieren mich zwar zum Fotografieren, weil ich gerne versuche, die Bedrohung sichtbar zu machen, die von ihnen ausgeht. Aber an sich mag ich sie nicht, weil sie das ohnehin unfaire Kräfteverhältnis im Wald noch weiter zugunsten des Menschen beeinflussen.

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Nebel des Grauens


Bahnsteig, Bahnhof, Nacht, Nebel, Laterne
Bahnsteig, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Nicht weitergehen! Das bedeutet dieses Schild mit den ausgestreckten Armen, das man auf Bahnhöfen finden kann, und so wie es hinter dem Schild aussieht, mag man auch gar nicht daran denken, hier noch einen Schritt zu gehen – selbst wenn sich das Schild gar nicht auf den rechten Bildteil bezieht, der zeigt nämlich einfach nur das Ende eines Bahnsteigs. Aber die ganze Szene sieht ein bisschen wie das Setting eines Gruselfilms aus, oder? Und der Grusel ist sogar echt, wenigstens ein bisschen.

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Beste Lage


Villa, Berlin, Grunewald, Charlottenburg-Wilmersdorf, Johannaplatz
Villa am Johannaplatz, Berlin/D                    ©Stefan Anker

Heute war ich in einer ziemlich guten Gegend – vornehmes altes Westberlin, Villenviertel Grunewald, nicht weit vom Kurfürstendamm. Ich habe da eine wunderbare Imageberaterin fotografiert, damit sie neue und gute Bilder für ihren neuen (und ebenfalls sehr guten) Internetauftritt bekommt, und danach musste ich einfach noch eine von diesen unglaublichen Villen ablichten. Weil die, die ich letztlich gefunden habe (am Johannaplatz) bei Google Street View nur verpixelt zu sehen ist, habe ich mir kurz die Frage gestellt, ob ich das Haus, das nicht meines ist, überhaupt fotografieren durfte.

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Herzensbrecher


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Sitzen als neue Erfahrung, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Niemand widersteht dem Charme eines Kleinkinds, jedenfalls solange es nicht quengelt und schreit. Ist es aber gutgelaunt, so wie unser Enkel auf dem Foto hier, dann erfreut es eigentlich jeden. Der Kleine ist jetzt sieben Monate alt, und ich weiß nicht genau, wann er angefangen hat zu sitzen, aber bei unserem letzten Foto vor ca. zwei Monaten ging das wohl noch nicht. Jedenfalls scheint er selbst sehr zufrieden zu sein über die Erweiterung seiner Möglichkeiten, und dieser neue Stand der Dinge gehörte dann auch dokumentiert. Es gab dabei nur ein Problem.

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Funk, Waffen, Munition?


Marienborn, Helmstedt, Transit, BRD, DDR, innerdeutsch, Grenze
Ehemaliger Grenzübergang zwischen West und Ost, Marienborn/D                    ©Stefan Anker

Die Älteren werden sich noch erinnern: Die Frage „Funk, Waffen, Munition?“ war für uns Westdeutsche so eine Art Dreiklang des Sozialismus, wenn wir auf der Transitautobahn nach Berlin fuhren. Nicht Glaube, Liebe, Hoffnung, nicht Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, nein, ein humorloser Grenzer (der erste in einer ganzen Reihe) interessierte sich ausschließlich dafür, ob wir die Grundausstattung des feindlichen Spions bei uns hatten. Und humorvolle Westdeutsche, die diese Frage mit einem Scherz beantworteten („Mist, hab ich doch wieder die Handgranaten zu Hause gelassen“) hatten Anspruch auf die Gastfreundschaft des Grenzregimes. Heute sind die meisten Grenzanlagen abgebaut, aber der Übergang auf der Strecke Hannover-Berlin ist als Gedenkstätte erhalten, verfällt so langsam vor sich hin, und man darf da machen, was man früher auf keinen Fall durfte.

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Es lebe der Fiat 500!


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Fiat 500, Siena/I                    ©Stefan Anker

Ich muss heute noch einmal mit Siena kommen. Den Fiat 500 hätte ich natürlich auch in jedem anderen italienischen Ort so finden können, aber wir haben nun mal heute Morgen noch einen letzten Spaziergang durch Siena gemacht, bevor der Zug nach Florenz fuhr. Und als der Frühnebel sich so langsam lichtete, da kam plötzlich diese ikonische Szene zum Vorschein: Die Tür, das Auto, der blätternde Anstrich – da muss man als Fotograf nicht mehr viel machen außer abdrücken. Nur auf eine Sache ist in solchen Fällen unbedingt zu achten.

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Mein Freund, der Baum


Wald, Baumstämme, gefällte Bäume
Gefällte Bäume, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Da ist man nur ein paar Wochen im Urlaub, und dann das: Kahlschlag bei uns im Dorf. Gar nicht so weit von unserem Haus sind ein paar Tausend Quadratmeter Wald der Motorsäge zum Opfer gefallen. Als ich das heute entdeckte, stellten sich mir zwei Fragen. Erstens: Wieso? Und zweitens: Kann man dem Elend einen ästhetischen Reiz abgewinnen?

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Inspiration Berlin


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Gleisdreieck-Park, Berlin/D                    @Stefan Anker

Ich hatte es schon mal angedeutet: Mein Projekt 366 wird am 31. Dezember 2016 beendet sein, und ich werde es 2017 auf keinen Fall fortführen – auch wenn sich einige Menschen gut daran gewöhnt haben, täglich ein neues Foto von mir zu sehen. Aber Abschiede sind wichtig, und mein heutiges Bild hat mir eine sehr gute Inspiration gegeben für ein anderes Projekt, das im nächsten Jahr auf diesem Blog zu finden sein könnte.

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Melodien für Millionen


Elbphilharmonie, Elbe, Hafen, Hamburg
Elbphilharmonie, Hamburg/D                    ©Stefan Anker

Haben sie es tatsächlich geschafft: Noch vor dem Berliner Flughafen BER wird am 11. Januar 2017 die Hamburger Elbphilharmonie ihren Betrieb aufnehmen. Ich hatte heute in Hamburg zu tun und habe mir einen fotografischen Blick auf das gegönnt, was entstehen kann, wenn man sich neun Jahre Zeit nimmt – die etwas unwirkliche Nachbearbeitung ist dabei meine Reaktion auf die ebenso unwirkliche Geldsumme, die hier ausgegeben worden ist.

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