Here comes the Sun


Citroen DS5 2016-11Heute habe ich mal Beruf und Projekt verbinden können – das Bild zeigt einen Citroen DS5, über den ich demnächst in der „Welt am Sonntag“ einen Testbericht veröffentlichen werde. Die zugehörigen Fotos sind dann in der Regel auch immer von mir, anders wäre es ja auch schade um die Gelegenheit. Das Foto ist natürlich ein einziger Regelbruch.

Daher weiß ich jetzt noch nicht, ob Art Direktorin und Chefredakteur es akzeptieren werden; vielleicht produziere ich in den nächsten Tagen noch einmal etwas weniger Riskantes.

Wo der Verstoß liegt, sieht man gleich, nämlich rechts oben. Also von da leuchtet die Sonne kräftig direkt ins Objektiv, legt eine kleine Corona um das Auto und wirft einen riesigen Schatten auf den Boden vor dem Wagen. Das soll eigentlich alles nicht sein, und wenn man das schon so macht, dann muss man mit einer kleinen Blitz-Armee dagegen anleuchten. Bei so intensivem Sonnenlicht helfen aber auch meine drei Aufsteckblitze nicht mehr, und die Investition in mobile Studiolampen scheue ich bisher – zusammen mit dem Akku können zwei solche Lampen gern 2000 Euro kosten, und so oft brauche ich sie dann doch nicht.

Und wozu gibt es schließlich die Bildbearbeitung am Computer? Ich habe zuerst die mir zugewandte Seite des Autos so weit aufgehellt, dass man Linienführung und Reflektionszonen der Karosserie wieder erkennen kann. Dann habe ich per Weißabgleich einen wärmeren Farbton im Bild erzeugt, um einen guten Kontrast zur Erwartung des Betrachters zu schaffen, der hier im Schnee vielleicht eher mit kühl-blauer Atmosphäre gerechnet hätte. Zusätzlich habe ich die Frontpartie mit einer Extraportion Schärfe und Kontrast betont, um den Blick auf das Wichtigste am Auto zu lenken, nämlich sein Gesicht.

Ja, ein Auto hat ein Gesicht, deswegen fotografiere ich Autos wie Menschen, also auf Augenhöhe. Aber im Gegensatz zum Menschenporträt, bei dem es manchmal auch genügt, die Blende ganz zu öffnen und den Hintergrund in Unschärfe versinken zu lassen, braucht ein Auto immer eine Inszenierung drumherum. Weil es so groß ist, muss man weiter weg vom Motiv, und schon nimmt die Tiefenschärfe zu. Der Betrachter erkennt, wie es um das Auto herum aussieht, also muss ich mich als Fotograf auch darum kümmern.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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