I have a dream


Mercedes SL, Mercedes, Flügeltürer, Messe
Mann und Mercedes, Berlin/D                    ©Stefan Anker

Ja, der Flügeltürer, er bewegt die Menschen seit 62 Jahren, und obwohl so wenige davon gebaut wurden (1400 Stück), sieht man den Mercedes 300 SL bei praktisch jeder Oldtimerveranstaltung. Dieses Foto hier stammt von der Motor World Classics in Berlin, wo man mich auch treffen kann (morgen, Sonnabend, von 10-17 Uhr, Sonntag bis 18 Uhr). Ich warte in Halle 18 der Berliner Messehallen auf Kundschaft, als Gast auf dem Stand der Garage du Pont, und in unserem Rücken befindet sich HK-Engineering. Dort habe ich mit dem Berliner Niederlassungsleiter über die Autos am Stand gesprochen und würde jetzt gern wissen, ob der ältere Herr, der so interessiert auf einen 300 SL blickt, ahnt, was diese Autos heute kosten.

Wir sind nicht alle Modelle durchgegangen, aber es fielen die Zahlen 1,4 und 1,6 Millionen. Man kann dem Bild natürlich nicht ansehen, ob der Mann sich einen SL nicht leisten kann oder vielleicht schon mehrere in der Sammlung hat. Nachdem er aber auch verschiedene Infotafeln zu den Autos durchgelesen hat, nehme ich an, er ist einfach ein Freund der Mercedes-Ikonen, aber kein Besitzer – der müsste nämlich nichts mehr lesen zu dem Auto. Jedenfalls wüsste ich alles über einen Wagen, der mich so viel Geld gekostet hat.

Das Bild selbst ist mal wieder ein Streetfoto, also die ungestellte Aufnahme eines Menschen in der Öffentlichkeit. Wie üblich begebe ich mich damit auf dünnes Eis, wenn ich so ein Foto auch veröffentliche, aber wie ebenfalls üblich bitte ich den Mann unten im Postskriptum dieses Textes um Verständnis und die nachträgliche Erlaubnis. Ich bin da auch ganz optimistisch, denn das Bild bringt ihn nicht in eine peinliche Lage, und da er keine Jacke trägt, nehme ich an, dass er nicht heimlich hergekommen ist, sondern vielleicht auch irgendwo an einem Stand zu tun hat und jetzt nur mal eine Runde über die Messe dreht.

Und das ist ja das Tolle an Streetfotos: Man weiß ganz oft nicht, was der abgebildete Mensch wirklich gerade macht, was ihn bewegt, was er denkt, wie er sich fühlt. Man fängt nur den Augenblick ein, weil er so interessant aussieht, und dann kann jeder Betrachter sich seinen eigenen Reim machen.

Ich würde diese Art der Fotografie gern noch viel häufiger betreiben, und ich würde dabei auch gern ohne Teleobjektiv arbeiten. Allerdings halte ich eine große Spiegelreflexkamera, wie ich sie besitze, nicht für das geeignete Werkzeug. Wer auch eine Spiegelreflex hat, wird es kennen: Die Kamera fällt jedem Menschen im Umkreis von 100 Metern sofort auf. Es ist, als ob sie schreien würde: ACHTUNG, GLEICH WERDEN HIER ALLE FOTOGRAFIERT!!!!!

Und wenn die Leute merken, dass sie fotografiert werden, ist der Zauber sofort vorbei. Entweder weil sie sich ärgern und meckern. Oder weil sie es mögen, aber dann irgendwie für die Kamera agieren und nicht mehr nur für sich.

So können natürlich auch schöne Fotos entstehen. Aber die sind eben auf andere Weise schön, nicht so spontan, direkt und ungezwungen. Deswegen genieße ich auch die Hochzeitsreportage so: Da sehen mich zwar alle, aber schon bald falle ich ihnen kaum noch auf, und dann entsteht manchmal auch etwas wie ein Streetfoto.

P.S.: Dies ist für den Herrn auf dem Foto: Wenn Sie sich hier wieder erkennen und nicht möchten, dass ich das Bild weiterhin zeige, dann rufen Sie mich bitte an oder mailen mir, und das Bild verschwindet sofort. Wenn Sie das Foto aber so sehr mögen wie ich, dann melden Sie sich bitte auch – ich möchte Ihnen dann gern einen hochwertigen Ausdruck zuschicken.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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