Das geklaute Bild


Fotograf, Berlin, Messe, Oldtimer, Motor World Classics
Fotograf bei der Arbeit, Berlin/D                    ©Stefan Anker

Viel Klage wird geführt über die Verletzung der Urheberrechte von Fotografen. Zu Recht, denn ein Bild ist nicht unbedingt ein Kunstwerk, aber es ist immer ein Werk, und deswegen hat es auch einen Wert bzw. einen Preis. Wenn der zu hoch ist, muss man ihn ja nicht zahlen, sondern kann nach einem anderen Foto/Fotografen suchen. Aber wenn man ein Bild schon nutzt, dann darf man nicht erwarten, das umsonst tun zu können. Eigentlich ist das alles ganz logisch, aber so richtig verinnerlicht haben diesen Zusammenhang nur Fotografen. Die aber komischerweise auf einem Urheberrechtsauge auch blind sind – oder wenigstens kurzsichtig.

Das Bild, was ich heute zeige, ist so ein Fall. Es handelt sich, wie man unschwer erkennen kann, um ein schwer gestelltes Foto, genauer gesagt ist es das offizielle Eröffnungsmotiv der Oldtimermesse Motor World Classics in Berlin.

Dort habe ich wieder einen kleinen Stand (als Gast der Garage du Pont, vielen Dank dafür!), um meine besten Autofotos zu präsentieren und Menschen zu motivieren, ihre Schätze von mir neu in Szene setzen zu lassen. Bevor es heute Nachmittag losging, habe ich mir aber noch die Pressekonferenz angesehen und darum eben auch den offiziellen Fototermin.

Dabei geschah, was in solchen Fällen immer geschieht. Der beauftragte Fotograf richtete sich die Szene ein, stellte eine kleine Hintergrundkulisse aus Hostessen und ihren männlichen Pendants (gibt es dafür ein Wort?) zusammen, postierte die drei Hauptverantwortlichen für die Veranstaltung zentral und erklärte ihnen, wie sie zu posieren hätten.

Als er mit seinen Vorbereitungen fertig war, fotografierte er längst nicht mehr allein. Es kamen mehr Fotografen zusammen, freuten sich über die fertig aufgebaute Szene und drückten ab – faul und unkreativ, um es mal freundlich zu sagen.

Ja, ich habe auch dieses Foto hier gemacht, aber erstens nur aus pädagogischen Gründen und nicht, um es an irgendeine Zeitung zu verkaufen. Und zweitens habe ich ja immerhin noch den offiziellen Fotografen in den Vordergrund genommen, um dem Bild eine Art Nachrichtenwert zu geben und meinen Text hier auch korrekt zu illustrieren.

Der Messefotograf hat sich übrigens nicht an den Trittbrettfahrern gestört, ich ärgere mich in solchen Fällen auch immer nur still. Man kann da eh nichts machen, und rein juristisch sind die schmarotzenden Kollegen ja nicht mal im Unrecht: Sie schaffen ja rein technisch ein eigenes Werk (aus gutem Grund wird im Urheberrecht nicht der künstlerische Wert beurteilt), wenn auch ohne große geistige Leistung.

Aber selbst wenn das Recht auf ihrer Seite steht, fällt mir dazu ein einziger, wenn auch altmodischer Satz ein: Das tut man nicht.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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