Nebel des Grauens


Bahnsteig, Bahnhof, Nacht, Nebel, Laterne
Bahnsteig, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Nicht weitergehen! Das bedeutet dieses Schild mit den ausgestreckten Armen, das man auf Bahnhöfen finden kann, und so wie es hinter dem Schild aussieht, mag man auch gar nicht daran denken, hier noch einen Schritt zu gehen – selbst wenn sich das Schild gar nicht auf den rechten Bildteil bezieht, der zeigt nämlich einfach nur das Ende eines Bahnsteigs. Aber die ganze Szene sieht ein bisschen wie das Setting eines Gruselfilms aus, oder? Und der Grusel ist sogar echt, wenigstens ein bisschen.

Es kommen hier, wie beim Sonnenuntergang gestern, die Fotografie und die Bildbearbeitung gut zusammen. Die Kamera etwa erkennt viel deutlicher als das Auge den um die Laterne wabernden Nebel, hervorgerufen vom Temperaturunterschied zwischen den glühenden Lampen und dem kalten Nieselregen.

Warum kann plötzlich eine Kamera besser sehen als der Mensch? Kann sie nicht, sie ignoriert einfach den ganz, ganz feinen Nebel, der nicht mehr direkt von den Lampen angestrahlt wird. So sieht die Struktur rund um die Lampe ein bisschen nach Zuckerwatte aus – oder eben wie ein künstliches Gebilde, in dem sich irgendetwas Gefährliches versteckt.

Und in der Bildbearbeitung kann man diesen Effekt sehr schön steuern. Betont man per Weißabgleich das Blaue des Bildes und dunkelt man zusätzlich das Blau noch mit dem Farbregler ab, so wird die Nebel-Korona um die Lampe immer kleiner. Ich habe ziemlich lange mit Weißabgleich und Farbregler experimentiert (und auch noch mit meinem geliebten Radialfilter nachgeholfen), um eine ansprechende Größe der „Zuckerwatte“ hinzubekommen, ohne dass der Himmel unnatürlich aussieht.

Für den leicht unterkühlten Look sorgt dann wieder die Kombination aus Entsättigung und Kontrasterhöhung, jeweils auf das gesamte Bild angewendet. Und zugeben muss ich noch, dass der Himmel per Verlaufsfilter extra abgedunkelt ist, weil es noch nicht wirklich dunkel war, das Bild ist eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang entstanden.

Ja, das ist ziemlich genau die Blaue Stunde, allerdings kommt das Blau hier im Foto zu 90 Prozent aus dem Weißabgleich und der Farbregelung, weil das Wetter heute nur Grau am Himmel zuließ.

Okay, wenn ich es recht bedenke, ist hier doch mehr Bildbearbeitung als reine Fotografie am Werk. Ich kann manchmal einfach nicht aufhören.

Auch irgendwie gruselig, oder?

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

Ein Kommentar zu „Nebel des Grauens

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