Subway to Sally in Concert


Eric Fish, Flöte, Konzert, Rockkonzert, Subway to Sally
Eric Fish, Frontmann von Subway to Sally, bei der Arbeit, Leipzig/D                   ©Stefan Anker

Wie im letzten Eintrag angekündigt: Heute (okay: gestern) war ich Konzertfotograf bei Subway to Sally Nicht der Konzertfotograf, sondern einer von mehreren, aber immerhin. Die besondere Herausforderung: Ich war ü-ber-haupt nicht vorbereitet.

Sänger Eric Fish und ich kennen uns seit mehr als 20 Jahren. Wir sind Nachbarn, ab und zu grillen wir zusammen, oft habe ich die neuesten Platten vor der Veröffentlichung bei ihm hören können, und manchmal bekomme ich einen Platz auf der Gästeliste bei den Konzerten.

Das war auch heute in Leipzig so, aber dass ich fotografieren durfte, das wusste ich vorher nicht. Zum Glück hatte ich die Kamera dabei, allerdings in Spar-Ausstattung, nämlich nur mit dem Standard-Zoom: 24-105 Millimeter Brennweite standen mir für den Abend zur Verfügung, mehr als Blende 4 war nicht drin.

Immer dieselbe Perspektive

Da waren auch ein, zwei andere Fotografen, die jeweils ein 70-200-Millimeter-Zoom hatten, und das hat ihnen sicher geholfen. Trotzdem bin ich mit meinen Bildern nicht unglücklich. 1163 Stück sind entstanden, und bis alle aussortiert und bearbeitet sind, wird es noch etwas dauern, aber mein Foto des Tages kommt natürlich aus dem Konzert. Es zeigt Eric Fish, der auch Dudelsack und alles Mögliche an Flöten spielt, aus der typischen Konzertfoto-Perspektive, nämlich von unten.

Diese Perspektive  hat durchaus ihren Reiz, aber da sie bei jedem Konzert vorkommt, sind die Bilder immer auch ein bisschen erwartbar.  Ich habe zweimal das Rockfestival Bergfunk in meiner Heimatstadt Königs Wusterhausen fotografiert, nämlich 2015 und 2014, und da setze ich immer eine Leiter ein oder gehe von hinten bzw. von der Seite auf die Bühne, um auch mal auf Augenhöhe fotografieren zu können. Das kann man natürlich nicht bei einer Band wie Subway to Sally machen, die einen Saal mit knapp 1000 Leuten füllt – da kommt man vielleicht einmal mit seiner Leiter, aber dann nie wieder.

Das Gute war, dass das Täubchenthal in Leipzig auch eine Empore hat, auf der ich dann noch Fotos von oben machen konnte. Eine Auswahl davon wird demnächst auf meiner Homepage zu sehen sein, ich gebe dann gern noch einmal Bescheid hier.

Der Sänger ist am wichtigsten

Man kann übrigens nicht unbegrenzt im Graben vor der Bühne fotografieren, in der Regel sind es drei Lieder, bei Subway to Sally waren es die Titel zwei bis vier. Alle anderen Konzertfotografen waren in schwarzer Kleidung erschienen, was sehr professionell ist, ich trug als einziger Rot, da musste ich dann mal durch.

Da die Foto-Zeit nur knapp 15 Minuten betrug, habe ich die acht Musiker auf der Bühne nacheinander von links nach rechts und wieder zurück abgearbeitet, natürlich hat Eric als Sänger die meiste Aufmerksamkeit bekommen. Das gilt auch fürs Scharfstellen bei geringer Tiefenschärfe  wg. großer Blende: Der Sänger ist am wichtigsten, im Zweifel muss er scharf sein (so wie beim Hochzeitspaar die Braut).

Trotz der ganzen Scheinwerfer ist so ein Konzert recht dunkel. Da mein Objektiv nicht mehr als Blende 4 anbietet, habe ich die Band mit ISO-Werten zwischen 1600 und 3200 fotografiert, Bilder von Zuschauern sind teils mit ISO 6400 entstanden.

Rauschen ist vorhanden, stört aber nicht so

In den Fotos ist dann entsprechend viel Rauschen zu sehen, was man aber in der Bildbearbeitung ganz gut unterdrücken kann, und was bei Konzertfotos auch nicht so sehr stört. Die größere Schwierigkeit ist die Belichtungszeit. Ich habe Zeiten zwischen 1/15 und 1/80 Sekunde gewählt, meistens war ich bei 1/40 oder 1/50. Da das ein E-coustic-Konzert war (unplugged mit einem Gastmusiker, der auf Computern spielte), saßen die Musiker auf Hockern und bewegten sich nicht so viel wie sonst. Hätten sie ihr normales Metal-Programm geboten, hätte ich durchgehend mit 1/100 Sekunde und kürzer fotografieren müssen – und entweder die ISO noch mehr hochgeschraubt oder heftige Unterbelichtungen später in Lightroom ausgeglichen.

Ich arbeite übrigens bei Konzerten mit manueller Belichtung. Das bedeutet, ich wähle zu meiner offenen Blende die Belichtungszeit, die das Verwackeln oder zu viel Bewegungsunschärfe in den meisten Fällen verhindert. Dann passe ich die ISO-Einstellung an und fange an zu arbeiten. Wenn das Licht nicht ganz ausgeht, habe ich auf diese Weise immer etwas Brauchbares auf der Speicherkarte, und sollte mal plötzlich der Mann am Lichtmischpult alle Regler hochziehen – so what? Nichts ist einfacher, als eine Überbelichtung zu korrigieren. Vor allem bei verrauschten Bildern ist das in Sachen Bildqualität auch der bessere Weg, als eine Unterbelichtung heller zu machen.

Andere arbeiten vielleicht mit Blendenvorwahl, aber mir ist das zu unsicher. Vor allem, wenn man beim Zoom mal in die Weitwinkel-Brennweite wechselt und mehr Licht (bzw. Dunkelheit) vom Raum mit aufnimmt, wählt die Automatik eine viel zu lange Belichtungszeit, und man bekommt kein gelungenes Bild.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

 

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