Oh, Baby!


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Baby im Garten, Aeroeskoebing/DK                    ©Stefan Anker

Ich habe heute auch noch andere Bilder gemacht als das hier, aber dann habe ich doch meinen Sohn und seine Freundin ganz freundlich gefragt, ob sie nicht auch glauben, dass ihr kleiner Sohn mein Bild des Tages ist, besser: sein muss. Ich durfte das Foto dann verwenden, was mich froh stimmt, weil der Kleine so niedlich ist und ich das Bild wirklich gut finde. Und natürlich, weil ich dazu wieder einiges zu erklären habe.

Also zuerst vielleicht: Heute war ein schöner Sommertag, aber so sonnengelb war es im Garten dann doch nicht. Ich habe hier kräftig am Weißabgleich gedreht, um diese gleißende Stimmung zu erzeugen – mein Sohn fand das nicht so gut, und ich habe den Regler dann in der Version für ihn wieder ein Stück zurück geschoben. (Sagte ich es schon? Es lebe die digitale Fotografie!).

Aber die Bildbearbeitung ist hier nicht das Wichtigste. Ich bin nicht der erfahrenste Kleinkinderfotograf, aber das weiß ich dann doch: Baby muss mitmachen (oder zumindest so aussehen), sonst nützt die größte Photoshop-Expertise nichts.

Damit mein Enkel gut durchhält, haben wir ihn in den Schatten gelegt, was nicht nur für seine empfindlichen Augen und die zarte Haut besser ist, sondern auch fürs Fotografieren. Kein Schatten im Gesicht, und weil er den Kopf nach rechts oben bewegt, zaubert die Sonne (kommt von links hinten) ihm sogar kleine Catchlights in die Augen. Als hätte ich einen Blitz benutzt, habe ich aber nicht.

Der Schatten war übrigens klein, er kam von einem Gebüsch, und direkt hinter dem Kleinen knallte wieder die Sonne auf den Rasen – zusammen gibt das eine zart-helle Sommerstimmung, die ich halt mit dem Weißabgleich Richtung gelb/warm noch unterstützt habe.

Von der Augenhöhe habe ich hier im Blog schon häufig gesprochen – selbstredend, dass ich mich für dieses Bild auf den Bauch gelegt habe. Von schräg oben aus der Erwachsenenposition hätte dieses Motiv eine wesentlich schwächere Wirkung, das gilt auch dann, wenn man sich hinhockt. Augenhöhe ist gefragt, und wenn mein Modell sehr klein ist, dann muss ich mich eben auf den Bauch legen.

Dass mein Enkel so dekorativ nach rechts oben schaut, hängt damit zusammen, dass seine Eltern ihn von außerhalb des Bildes ein bisschen bespaßt haben. Sonst hätte er immer nur direkt in die Kamera geschaut, weil er das laute Klicken so interessant fand. Variationen sind allerdings auch bei Babyfotos gefragt, also muss man ein bisschen Aufwand treiben. Meine Frau hat ein Making-of-Foto mit dem Handy gemacht, da sieht man dann drei Personen um das arme Kind herumturnen.

Aber ich habe eben noch mal nachgesehen: Insgesamt hat das Shooting nur fünf Minuten gedauert, wir haben den Kleinen also eher nicht überfordert. Es hätte auch nichts gebracht, denn ein weinendes Kind will niemand sehen.

Was mir hier gefällt, ist der aufmerksame und gleichzeitig entspannte Gesichtsausdruck, dem ich natürlich mit der entsprechenden Foto-Hardware gerecht werden wollte. Hier waren eine relativ lange Brennweite (100 mm), große Blende (2.8) und großer Sensor Pflicht, um schön wenig Tiefenschärfe zu erhalten.

Wenn man genau hinsieht, sind eigentlich nur Augen, Nasenlöcher und Mund richtig scharf, schon die linke Hand, der Rücken und die Füße sind unscharf, und die Strukturen des Gartens (Rasen und Hecke) erkennt man nur noch schemenhaft.

Ich würde sagen: So soll es sein bei einem Porträt.

Und wer keinen großen Sensor hat und/oder kein besonders lichtstarkes Objektiv, der kann zweierlei versuchen, um den Effekt auch zu erreichen. Erstens lässt sich eine noch längere Brennweite verwenden, und zweitens kann man die Entfernung zwischen Modell und  Hintergrund vergrößern – beides hilft dabei, einen unscharfen Hintergrund zu erreichen.

P.S.: Man kann dieses Kind auch hier ansehen. Und gewissermaßen auch hier und hier.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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