Was ist dieses Auto wert?


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Audi R8 auf dem Spreewaldring, Schönwald/D                    ©Stefan Anker

Wir müssen alle mit Kritik umgehen können – und keinem von uns fällt es leicht. Wer fotografiert und seine Bilder zeigt, der will ja eigentlich nur hören, wie großartig seine Arbeit ist. Aber manchmal kommt es eben anders, und mein heutiges Foto erinnert mich an eine kurze, trockene und ziemlich harte Kritik, die ich mal für ein ganz ähnliches Bild einstecken musste.

Zu den Privilegien meines Journalistenberufes gehört es, ab und an ganz interessante Testwagen fahren zu können. Ich berichte dann in den Medien der „Welt“-Gruppe darüber (schöne neue Internetseite übrigens seit heute) und fotografiere natürlich auch oft für meine eigenen Geschichten. Vor zwei Jahren hatte ich mal das seltene Glück, einen Ferrari F12 zu testen und darüber zu schreiben, und zur Illustration der Geschichte machte ich einige Fotos, mein liebstes stellte ich in der Fotocommunity vor.

Ich erhielt nur wenige Klicks, auch weil ich mich auf dieser riesigen Fotografen-Plattform im Internet nicht groß ums Selbst-Marketing gekümmert habe (jetzt bin ich glücklich mit meinem Blog und bleibe nur noch wegen der Job-Börse in der Fotocommunity). Neben den wenigen Aufrufen dieses Fotos erhielt ich einen einzigen Kommentar, und den empfand ich geradezu als vernichtend: „Ein Auto das nicht fährt das ist nix Wert.“

Das hatte gesessen, denn auch wenn der Satz ein paar Schreibfehler enthielt, ist er doch nicht ganz von der Hand zu weisen: Kinder fotografiert man beim Spielen, Hochzeitspaare beim Küssen und Autos eben beim Fahren.

Gut, man muss das nicht so dogmatisch sehen, aber es ist nicht ganz falsch, an das Offensichtliche wenigstens mal zu denken. Mein Ferrari aber stand nur herum, um es mal negativ zu sagen. Dabei hatte ich mir extreme Mühe gegeben, ein ansprechendes Bild nachts und im strömenden Regen zu machen, ich liebe es trotz der Kritik heute noch und zähle es zu meinen besten Arbeiten.

All das ging mir heute Morgen durch den Kopf, als ich mit dem Audi R8 noch einmal zum Spreewaldring heraus fuhr. Dort hatte ich gestern das Doppelsitzer-Kart erwischt (ich bin also schon in der Lage, fahrende Autos zu fotografieren, nur um das mal festzuhalten), und auf der großen Rundstrecke hatte ich 16 Euro investiert, um 15 Minuten Spaß mit dem Sportwagen zu haben. Danach habe ich freundlich gefragt, ob ich mal zum Fotografieren wieder kommen könne, und ich bekam dafür heute früh die Stunde zwischen neun und zehn Uhr, bevor die Strecke öffnete. (Vielen Daaaaaank!!!!)

Ich habe ein bisschen Routine im Umgang mit Autos, und so habe ich in den 60 Minuten acht verschiedene Motive geschafft, die sich aus meiner Sicht für eine Veröffentlichung eignen. Ihr gemeinsames Manko ist jedoch: Das Auto fährt nicht.

Dafür braucht man nämlich einen Assistenten, und da wüsste ich zwar ein, zwei Kandidaten, aber bei so einem Geschoss mit 610 PS (der Ferrari hatte sogar 740) ist das auch so eine Sache. Ich brauche jemanden, der absolut vertrauenswürdig ist, dabei vorsichtig, aber nicht ängstlich, er sollte gut rangieren/einparken können und einfach sicher sein im Umgang mit Autos. Vor allem darf er nicht plötzlich Experimente mit dem Gasfuß machen oder zur Drift-Challenge aufbrechen, und er (oder sie natürlich) sollte auch noch relativ kurzfristig verfügbar sein. Da ich gerade ein weiteres Standbein als Auto-Fotograf auch für Privatkunden aufbaue, ist es absolut notwendig, dass ich jemanden finde, der seriös und effektiv mit Autos aller Art umgehen kann. (Ja, das schafft der Autobesitzer dann auch mal selbst – aber kann ja sein, er will nicht oder hat keine Zeit, das weiß man nie.)

Das Assistenten-Problem besteht übrigens auch für Standbilder. Ich habe heute alles mit 200 Millimeter Brennweite und fast alles auf dem Bauch liegend fotografiert. Und wenn der R8 dann doch 50 Zentimeter zu weit vorne, hinten, links oder rechts stand, dann hieß es halt zum Auto gehen, rangieren, zur Kamera zurück gehen, neu versuchen.

Klingt das jetzt wie jammern? Soll es nicht. Aber wer im Raum Berlin jemanden weiß, der Spaß am Assistieren bei Autofotos haben könnte, der darf sich gern melden. Ich muss dieses Problem mal endgültig lösen.

Damit die fotografierten Autos wieder mehr wert sind.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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