Bitte einsteigen!


Karussell, Jahrmarkt, Volksfest, Rummel
Karussell vor der Öffnung des Volksfestes, Potsdam/D                    ©Stefan Anker

Darf ich vorstellen? Die Jaguar-Bahn. Sicher kennt sie jeder unter einem anderen Namen, denn von diesem Standardkarussell gibt es unzählige Varianten. Ich erinnere mich an „Hot Wheels 2000“, was einen Rückschluss auf mein Alter zulässt, aber funktioniert haben diese Dinger alle gleich: Man fährt im Kreis und gleichzeitig über Hügel, und es gibt immer irgendeine Oma, die zum Behüten der Kinder eingestiegen ist, aber die Sache mit der Fliehkraft unterschätzt hat. Kann sehr lustig sein, wohingegen dieses Bild wieder ein bisschen traurig geraten ist. Warum nur?

Na ja, man kann ein Karussell ohne Besucher irgendwie nicht heiter aussehen lassen, und ich war halt heute vor der Öffnung kurz auf dem Potsdamer Volksfest. Eigentlich hatte mich das Riesenrad vor dem Hotel Mercure (städtebaulicher Streitfall seit Jahren) angezogen, aber die Bilder passten mir dann doch nicht so, und ich habe nach einem ästhetischen Blick auf ein ganz normales Karussell gesucht.

Dann fing es auch noch an zu regnen, was man auf den Gehwegplatten im Hintergrund gut sieht. Regen ist ganz wunderbar (wenn man unter einer Plane steht), weil Regen oft mit einer geschlossenen Wolkendecke einhergeht, und die gibt dieses weiche und schattenfreie Licht.

Ja, es sind dunkle Ecken in den Wagen zu sehen, aber das ist nicht schlimm, denn es stört nicht den Blick auf die durchnummerierte Wagenreihe. Schiene jetzt schön die Sonne, dann wäre eine deutlich sichtbare Schattengrenze im Bild, denn das Karussell ist überdacht.

So aber konnte ich schön die leicht gekrümmte Abfolge von Wagen 10 bis Wagen 5 ins Bild setzen. Leider wechselt bei Nummer fünf die Farbe, es ist also nicht meiner Bildbearbeitung geschuldet, dass der letzte sichtbare Wagen in der Reihe (sagte ich schon, dass Reihen und Linien immer gut sind?) nicht ganz so gelb aussieht wie die anderen.

Ansonsten ist aber wieder einiges an Bildbearbeitung drin. Das Gelb in Wagen 10 war  zum Beispiel im Original heller und satter, weshalb ich die anderen Wagen mithilfe von Radialfilter und Korrekturpinsel angepasst habe. Auch habe ich die Vignette, die mein Weitwinkel bei ganz offener Blende (2.0) erzeugt, nicht nur belassen (sieht einfach schön aus), sondern mit zwei Verlaufsfiltern noch verstärkt, allerdings nur in den beiden linken Ecken.

Zu guter Letzt kam der Schritt zum Einsatz, den ich in letzter Zeit ganz gerne mache: Kontrast rauf, Sättigung runter. Das erzeugt diese leichte Moll-Stiummung die ich mag – jedenfalls, wenn es zum Motiv passt.

Kontrast rauf, Sättigung runter – das ist allerdings nur der Grundsatz. Vor allem beim Sättigen und Entsättigen bin ich viel mit den Reglern für die einzelnen Farben unterwegs, damit kann man ein Bild wirklich verbessern. Man kann es aber auch arg verschlechtern, das ist Effekten so eigen.

Ich mache mir daher während der Bearbeitung immer eine oder sogar zwei virtuelle Kopien meines Bildes. So kann ich eine Version, die mir grundsätzlich gefällt, mit der ich aber noch experimentieren möchte, erst einmal sichern, indem ich einfach mit der virtuellen Kopie weitermache.  Wenn die dann noch besser wird: schön. Wenn nicht, dann greife ich auf die erste Version zurück.

Dieses Bild ist aus dem zweiten Versuch entstanden, ich habe hier die Außenwände der Wagen noch ein wenig entsättigt und abgedunkelt (mit dem Korrekturpinsel), um den Blick nicht von der Reihe der gelben Rückwände abzulenken.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

 

4 Kommentare zu „Bitte einsteigen!

  1. Das Ding hieß mit anderer Verkleidung auch mal Musikexpress und bei uns nennt man besagte Veranstaltungen im kleineren Rahmen Volksfest.

    An dieser Stelle sag ich auch mal Danke für den Input, dass es sich lohnt seinen Fotos ein ordentliches Maß an Besrbeitung zu gönnen.

    LG

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  2. Wieder schön erklärt. Nur verstehe ich die Info nicht, in welchem Wagen ich gerade sitze……das ist für die Fahrt doch völlig unerheblich, es sei denn, mich wirft es aus der Bahn und ich werde von Hilfskräften gefragt, in welchem Wagen ich sitze, dann könnte es interessant sein dies zu wissen. Das setzt aber dann auch voraus, dass der Wagen vor mir (da gab es mal einen Schlager von Rudolf Valentino: „Im Wagen vor mir…“) mit mir aus der Bahn geschleudert wird, damit ich das dann auch weiss……..Ich verzettelt mich gerade…..aber egal…….
    LG
    Norbert

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    1. Ich weiß auch nicht genau, warum man informiert wird, in welchem wagen man sitzt. aber ohne diese Schriftzüge hätte ich wahrscheinlich das Foto gar nicht gemacht. Insofern ist es gut, dass sie da stehen 😉

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