Am Regenbogen entlang


See, Lago Laprello, Heinsberg, Brautpaar
Brautpaar am Lago Laprello, Heinsberg/D                    ©Stefan Anker

Ja, das hat jetzt etwas gedauert. Ich entschuldige mich bei den regelmäßigen Lesern meines Blogs, die vor allem am Voranschreiten meines Projektes 366 interessiert sind. Und ich kann ihnen versichern: Es schreitet voran, es entsteht jeden Tag ein Foto, ich bin nur mit dem Bearbeiten etwas im Rückstand. Das liegt auch an den beiden Frauen hier auf dem Foto: Auf ihrer Hochzeit habe ich unglaubliche 4873 Bilder gemacht, was nicht nur daran lag, dass ich eine nagelneue Kamera im ersten Großeinsatz dabei hatte. Nein, es war auch wirklich eine schöne Hochzeit, auf der eine Menge passierte. Und außerdem hatten die beiden trotz tiefer Temperaturen auch Spaß am Brautpaarshooting. Wir waren knapp zwei Stunden unterwegs, haben fünf, sechs gute Motive gemacht – und jetzt, da ich mein Bild fürs Projekt ausgesucht habe, komme ich erst drauf, dass wir alle drei die Symbolik dieses Fotos beim Fotografieren gar nicht bemerkt haben.

Gemeldet hatte ich mich auf eine Fotografensuche in einer Online-Jobbörse, und das Stichwort war Regenbogenhochzeit. Wie ich schnell lernte, steht dieses Wort dafür, dass zwei Frauen heiraten. Und wenn man sich die Stangen dieser Kunst- oder Deko-Installation am Ufer des Sees ansieht und berücksichtigt, dass dieses Objekt sich noch weiter ausdehnt und noch mehr Farben zu bieten hat – könnte man das vielleicht als Regenbogen interpretieren?

Klar könnte man das, aber auf manche Dinge kommt man immer erst, wenn man die fertigen Bilder dann vor sich sieht. Aber okay, besser spät als nie.

Früher habe ich mich übrigens immer gefragt, warum die Leute so scharf sind auf Kameras, die ganz, ganz viele Bilder pro Sekunde machen. Heute weiß ich es: Wenn meine Kamera (nicht die neue übrigens) in dieser Situation hier nicht zehn, sondern nur drei Bilder pro Sekunde schaffen würde, dann hätten die beiden viel länger am Ufer entlang gehen müssen. Denn die Chance, dass sie so exakt zwischen zwei Stangen hindurch gucken, ist bei einer schnellen Kamera ungleich höher als bei einer langsamen. Die schnelle Kamera hilft mir schlicht dabei, mit einem engen Zeitrahmen zurechtzukommen – da es zwar sonnig, aber auch sehr frisch war, konnte ich die beiden Bräute nämlich nicht endlos herumlaufen lassen.

Trotzdem brauchten wir natürlich mehrere Anläufe, aber die beiden haben das klaglos und auch mit sehr guter Laune mitgemacht. Darum liebe ich ja Hochzeitsaufträge so: Die meisten Gäste genießen den Tag und/oder Abend, und die Hauptpersonen stehen immer ein bisschen unter Strom, sind aber gleichzeitig glücklich und froh. Da macht mir dann auch das Arbeiten mehr Spaß.

Vielleicht noch ein Wort zu Bildbearbeitung und-gestaltung. Dieses Motiv war wieder ein Fall für den Radialfilter: Man zieht ein Oval um die beiden Bräute und dunkelt alles außerhalb des Ovals deutlich ab. Dann fällt der Blick des Betrachters ganz von selbst auf die beiden Hauptfiguren – und dass die rechte vertikale Drittellinie mitten durchs Brautpaar schneidet, schadet in dieser Hinsicht auch nicht.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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