Mein schönstes Werbefoto


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Porsche GT3 Cup auf der Rennstrecke, Zallaq/BRN                    ©Stefan Anker

Wahnsinn! Warum hatte ich heute eigentlich keinen Auftrag von DHL, den von ihnen gesponserten Porsche auf der von ihnen gesponserten Rennstrecke zu fotografieren? Falls das noch nachträglich möglich ist, bewerbe ich mich hiermit gern um diesen Auftrag 😉 Und ansonsten erzähle ich, wie immer, etwas übers Fotografieren. Dieses Mal: Wie schnell kann eigentlich ein Autofokusmotor sein?

Um es gleich vorweg zu sagen: Mit genauen Zahlen kann ich da nicht aufwarten, nur mit ein paar Gedanken. Ich stelle mir nämlich immer dann die Frage nach dem Tempo des Autofokusmotors, wenn ich lese, wie schnell hintereinander eine Kamera auslösen kann.

Das Gerät, mit dem ich hier fotografiert habe, schafft zehn Bilder pro Sekunde, und ich möchte das vor allem bei fahrenden Autos nicht mehr missen. Aber kann der Autofokusmotor tatsächlich zehn Mal in der Sekunde neu scharfstellen? Und manche Kameras sind ja noch schneller.

Nun kann man einwenden, dass bei so einem Mitzieher gar keine Schärfenachführung nötig sei – aber das gilt nur, wenn der Kamerasensor sich wirklich parallel zum Auto bewegt. Und solange die Kamera nicht auf einer Schiene montiert ist (wie beim Film), passiert genau das nicht, sondern die Kamera beschreibt in meiner Mitziehbewegung eine Kurve, während das Auto geradeaus fährt. Das ist Gelegenheit genug für den Autofokussensor, um Alarm zu schlagen und den Motor im Objektiv zur Aktivität zu veranlassen.

Man könnte allerdings auch den Autofokus ganz abschalten, denn bei so strahlendem Sonnenschein wie heute Nachmittag in Bahrain (die kennen da gar kein anderes Wetter, glaube ich), schließt sich die Blende automatisch sehr weit, wenn man mit relativ langen Belichtungszeiten (hier: 1/125 Sekunde) arbeitet – mehr dazu im Blogpost von gestern Nacht.

Mein heutiges Foto ist mit Blende 20 entstanden, und da ergibt sich auch bei 200 Millimeter Brennweite eine solche Tiefenschärfe, die leichte Entfernungsschwankungen kompensiert. Allerdings ist meine persönliche Erfahrung, dass meine Ausschussquote ohne Autofokus noch höher ist als mit. Kann auch sein, dass es daran liegt, dass unterschiedliche Rennfahrer unterschiedliche Linien fahren, und darauf kann man bei abgeschaltetem Autofokus ja nicht mehr reagieren.

Noch deutlicher wird die Belastung des AF-Systems, wenn ein Auto schnell auf die Kamera zu fährt, da muss dann wirklich jedes der zehn Bilder pro Sekunde neu scharfgestellt werden. Das hat noch nie zu 100 Prozent geklappt, aber es ist wahrscheinlich auch gar nicht möglich. Denn selbst wenn AF-Sensor und AF-Motor in Lichtgeschwindigkeit kommunizieren – irgendwann geht es darum, Linsen zu verschieben oder zu drehen, und das ist gute alte Mechanik, die ein bisschen Zeit braucht. Ein Wunder, dass es überhaupt so gut geht, wie es eben geht.

Wer jetzt die Frage stellt, warum man nicht gleich den Autofokus langsamer einstellt, schließlich geht das ja, dem antworte ich: Zehn oder noch mehr Bilder pro Sekunde sind wirklich ein Gewinn, wenn man schnell bewegte Objekte fotografiert und dabei a) wenig Zeit und/oder b) wenig Platz hat (z.B. fahrendes Auto zwischen zwei Straßenlaternen). Die schnellere Kamera bietet mir am Ende mehr Auswahl an – und damit auch mehr gelungene Auswahl. So bin einfach schneller fertig. Das ist ein Wert an sich, vor allem etwa bei einem sogenannten Sprintrennen wie dem nur 30 Minuten währenden Lauf zur Porsche GT3 Cup Challenge.

P.S.: Warum zeige ich hier eigentlich kein Bild vom Finale der Langstrecken-WM, deren Qualifying ich doch gestern schon beobachtet habe? Das Rennen beginnt erst um 16 Uhr Ortszeit (14 Uhr in Deutschland), dauert dann bis 22 Uhr, und um 1.20 Uhr startet mein Flugzeug nach Hause. Wo die Scheichs regieren, gibt es kein Nachtflugverbot, und darum kann ich mich heute nicht mehr in Ruhe um das Aussuchen und Betexten eines schönen Bildes vom Hauptrennen kümmern.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

 

 

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