Okay, das ist nicht der Weihnachtsmann, …


Vogelscheuche
Vogelscheuche, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

… sondern unsere Vogelscheuche. Ich fand sie passend zu dem deprimierenden Wetter am ersten Feiertag: Regen, grau, alles zu trüb und zu warm, und ich hatte ü-ber-haupt keine Lust, mit der Kamera vor die Tür zu gehen. Also einmal durchs Wohnzimmerfenster nach draußen geschossen, und dann hat sich meine Laune gleich wieder ein bisschen aufgehellt. Wegen meiner neuen Kamera.

Ich bin ja aus der Canon-Fraktion, und sehnsüchtig habe ich darauf gewartet, dass mein Hersteller nachzieht und den Anschluss an Nikon und Sony (beide mit Sony-Sensoren) nicht vollends verliert. Wie es scheint, hat das geklappt, denn die neue Canon EOS 5D Mark IV, die ich seit Oktober besitze, überrascht mich immer mal wieder mit ihren Qualitäten.

Auf der Eisheiligen-Nacht-Tournee, die morgen weitergeht, wäre ich aufgeschmissen ohne die neue Kamera, denn bei Rockkonzerten ist es trotz Lichtshow doch eher dunkel. Dennoch hat der Autofokus der 5D Mark IV eine sehr gute Trefferquote, und zusätzlich  kann ich die Lichtempfindlichkeit des Sensors sehr hoch einstellen, um auch bei wenig Licht kurze Belichtungszeiten zu erhalten. Typische Nebenwirkung bei hoher Lichtempfindlichkeit (hohe ISO-Werte) ist Rauschen im Bild, was nebenbei die Schärfe mindert. Aber die Mark IV lässt sich auch mit ISO 12.800 noch gut einsetzen, wie man an dem Bild von vorgestern sehen kann.

Neben dem Autofokus und der ISO-Qualität hat sich auch der Dynamikumfang verbessert. Da ich nicht von der 5D Mark III, sondern von deren Vorgängermodell Mark II auf die neue Kamera gewechselt bin, sind die Unterschiede wirklich signifikant. Die Mark II konnte ein Bild in 10,8 Blendenstufen auflösen, also zwischen tiefschwarz und knallweiß knapp elf verschiedene Helligkeitswerte voneinander unterscheiden. Natürlich sind es mehr, sonst würde das Foto ja seltsam abgestuft aussehen, aber zur leichteren Vergleichbarkeit gibt man den Dynamikumfang in Blendenstufen an, was für Fotografen ja auch leichter fassbar ist.  Die Mark IV liegt nun bei 13,6 Blendenstufen, und das merkt man etwa bei meinem heutigen Bild.

Normalerweise wird das Gesicht von jemandem, der zum Fenster hereinschaut (das gilt auch für Vogelscheuchen) eher zu dunkel belichtet – vor allem, wenn es draußen hell ist. Was hier aber direkt aus der Kamera kam, war absolut okay, man konnte alle Felder des Balles gut voneinander unterscheiden, und sogar die Linien des Strichcodes hoben sich noch vom Weiß darunter ab.

Natürlich habe ich dieses Foto trotzdem der Bildbearbeitung unterzogen, das macht man halt so. Und den Kopf meiner Vogelscheuche habe ich auch per Radialfilter ein wenig aufgehellt. Insofern kein Unterschied zur alten Kamera? Doch, denn je weniger man an den Pixeln herumschraubt (hier ist der Kopf nur knapp eine halbe Blendenstufe heller als der Rest), desto wohler fühlen sie sich. Oder andersherum: Je extremer man bearbeitet, desto eher sieht man Bildrauschen und Artefakte, die vom Quälen der Pixel herrühren.

Bevor jetzt jemand Wasser in meinen Wein kippt, mache ich das lieber selbst: Die Sony-Sensoren sind immer noch besser, ihr Dynamikumfang liegt bei knapp 15 Blendenstufen. Und wenn man gar kein Foto macht, dann ist so eine Situation ohnehin kein Problem: Das Auge liefert, das Gehirn rechnet, und man sieht alles klar und deutlich, nichts ist zu hell, nichts zu dunkel, und scharf ist auch alles. Dynamikumfang der Auge-Hirn-Kombi: Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. In einer kurzen Internetrecherche habe ich die Zahlen 20, 23 und 40 Blendenstufen gelesen, und keine dieser Angaben war so zwingend überzeugend, dass ich sie öffentlich verwenden würde.

Das müsste ich also noch mal gründlich nachprüfen, aber nicht heute. Denn heute ist Weihnachten, auch wenn es mal wieder nicht so aussieht.

P.S.: Ich muss unbedingt noch etwas zu den seltsamen Tropfen auf unserer Fensterscheibe sagen – die zeigen nicht, dass wir zum Putzen keine Lust haben, sondern sie enthalten eine geheimnisvolle UV-Beschichtung. Vögel sehen auf unserem Fenster eine Art Streifenmuster, das sie davon abhalten soll, gegen die Scheibe zu fliegen. Aus demselben Grund steht auch die Vogelscheuche auf der Terrasse, aber beide Maßnahmen verhindern die oft tödlichen Unfälle leider nicht vollständig.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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