Mein Foto des Jahres


Auto, Citroen, C5
Innenraum eines Citroen C5, Golßen/D                    ©Stefan Anker

Ist das vielleicht ein Witz? Nein. Wer ein wirklich schönes Foto von mir sehen will, der klicke bitte hier, hier und hier oder stöbere weiter zu vielen anderen der bisher 220 abgelaufenen Tage dieses Jahres, an denen in meinem Projekt 366 jeweils ein Bild entstanden ist, das ich als veröffentlichungswürdig bezeichne. Bei diesem Foto hier ist das ausdrücklich nicht so. Da zählt aber die Geschichte dahinter.

Also: Es war 1.45 Uhr, ich war auf dem Rückweg von meiner Hochzeitsreportage, rollte etwas müde durch die Nacht, als plötzlich vier gelbe Punkte auf der Landstraße zu sehen waren. Zwei Katzen. Diese blöden Viecher, denen man doch so viel Umsicht und Intelligenz nachsagt, rannten einfach über die Straße, obwohl sie den Fernlichtkegel meines Autos längst gesehen haben mussten.

Ich habe den Aufkleber „Ich bremse auch für Tiere“ immer für Quatsch gehalten, aber natürlich habe ich jetzt gebremst. Darüber musste ich gar nicht nachdenken, die Katzen waren da, hatten abgestoppt und starrten ins Licht, und ich bremste hart, sehr hart. Eine Zehntelsekunde später fiel mir ein, dass ich mein ganzes Zeug nach der Party schön ordentlich zusammengepackt hatte, nur meine Hauptkamera nicht. Nach dem allerletzten Foto hatte ich sie einfach auf den Beifahrersitz gelegt und war losgefahren.

Was für ein Fehler. Meine Hand kam zu spät, und die Kamera, noch mit aufgesetztem Blitz, sauste nach vorn in den Fußraum. Mit Blitz, Objektiv und Batteriegriff wiegt sie 2,6 Kilogramm, und entsprechend hart schlug sie auf. Das Geräusch tat mir schon ein bisschen weh – aber wenigstens waren die Katzen gerettet. Eine lief weiter, die andere drehte um, und ich beugte mich nach meiner Kamera.

Und wie ich sie so auf den Sitz legte im Dunkel des Wagens, packte ich sie an der Stelle mit dem Auslöser etwas zu fest an, und sie machte dieses Foto hier. Akkurat maß sie die Entfernung, und den Blitz steuerte sie so, dass das Bild weder zu hell noch zu dunkel wurde – kurz: Sie funktionierte, als wäre nichts gewesen.

Es gehört zu der Legende der großen und teuren Profikameras, dass sie besonders robust sind, dass sie im Regen funktionieren und dem Infight am roten Teppich oder im olympischen Stadion ebenfalls standhalten. Im Regen habe ich schon fotografiert (auch länger), roter Teppich und Sportstadion kommen bei mir nicht vor, aber normalerweise behandle ich meine Kameras und Objektive tatsächlich eher rustikal. Testweise vom Tisch schubsen würde ich sie allerdings nicht.

Scheinbar kann die Technik so etwas aber aushalten, und ich bin dankbar, erleichtert und auch ein wenig beeindruckt, dass ich die dicke Bildermach-Maschine, die mir so ans Herz gewachsen ist, nicht zum Service bringen muss. Nicht einmal die Steckverbindung zwischen Blitz und Kamera hat irgendetwas davongetragen.

Das alles macht das Foto nicht besser, im Gegenteil: Es ist eigentlich ein Nicht-Foto. Aber manchmal zählt das, was hinter dem Bild steht, mehr als das, was man sieht.

Und außerdem hatte ich nach der 16-stündigen Hochzeit gestern heute einfach keine Lust, schon wieder fotografieren zu gehen 😉

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

 

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