Die Farben der Ernte


Mähdrescher, Getreide, Feld, Ernte
Mähdrescher bei der Ernte, Aeroeskoebing/DK                    ©Stefan Anker

Ich bekenne mich schuldig: Dieses Bild sieht mal wieder nicht so aus, wie die Szene im Moment der Aufnahme wirklich ausgesehen hat. Aber es gibt drei Gründe, aus denen ich selbst bei so einem vergleichsweise schlichten Motiv noch die elektronische Bildbearbeitung eingesetzt habe.

Erstens: Gegen den Himmel zu fotografieren, das führt fast immer zu einem dunklen Vordergrund und einem unterbelichteten Motiv oder wahlweise zu einem viel zu hellen Himmel. Es soll Kameras geben, deren Dynamikumfang dem des menschlichen Auges näher kommt, aber bei meinen Kameras ist das nicht so, also habe ich Vordergrund, Hintergrund und Motiv (Mähdrescher) nachträglich aneinander angepasst. Zunächst habe ich den Himmel mit einem Verlaufsfilter abgedunkelt und den Mähdrescher mit einem Radialfilter wieder entsprechend aufgehellt.

Zweitens: Ich mochte das im Original entstandene Goldgelb des Kornfeldes heute nicht und wollte es kühler und moderner haben. Weil das Bild drei klar voneinander abgegrenzte Farbflächen hat (gelb, grün, blau-weiß), konnte ich hier gut mit den Farbreglern arbeiten. Beim Gelb habe ich viel Sättigung herausgenommen, während das Blau dunkler wurde (und ich im Verlaufsfilter noch den Kontrast angehoben habe). Das Grün bleib von diesen Operationen unbeeindruckt (was mich immer wieder sehr beeindruckt), hat aber auch ein bisschen mehr Sättigung bekommen – was ich auch hätte sein lassen können, denn die Sonne schien so stark auf den Mähdrescher, dass das Grün ohnehin sehr stark leuchtete.

Drittens:  Das Bild ist absolut klassisch aufgebaut (Horizont auf der oberen Drittellinie, Mähdrescher am Schnittpunkt der oberen und der rechten Drittellinie), wogegen ich ja prinzipiell nichts habe. Heute war mir jedoch danach, diesem klassischen Bildaufbau mit einer etwas weniger klassischen Farbgebung zu begegnen.

Das ist ja das Großartige ist an der digitalen Fotografie: Es gibt so viele Möglichkeiten. Oder wie die Dänen sagen, in deren Land wir immer wieder gern zu Gast sind: So mange muligheder. Ach, wenn man nur Sprache fotografieren könnte.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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