Sommer, komm zurück!


Leipziger Straße, Berlin, Komplex, Hochhaus
Komplex Leipziger Straße, Berlin/D                    ©Stefan Anker

Ich glaube ja, dass Architekten alles hassen, mit dem sich die Menschen die Balkone verschönern, vor allem Blumenkästen und Sonnenschirme. Aber aus fotografischer Sicht ist ein Sonnenschirm im Einerlei der Linien und Flächen immer sehr schön – und heute  hat der blaue Schirm sogar noch eine inhaltliche Bedeutung.

Meistens gehe ich ohne Jacke aus dem Haus, weil mir schnell zu warm wird. Aber als ich vorhin, kurz vor Sonnenuntergang kurz aus dem Büro verschwand, um eines der sehr bekannten Hochhäuser des Komplexes Leipziger Straße von unten zu fotografieren, da war es doch ziemlich eisig (und außer mir trugen auch alle Leute Jacken).

Umso schöner, dass ich anhand der Fassade wenigstens einen weiteren Optimisten ausmachen konnte, nämlich denjenigen, der auf seinem Balkon einen großen Sonnenschirm aufgestellt hatte. Aber es ist wahrscheinlich jetzt doch so, dass die Tage des Sommers gezählt sind.

Mithilfe des Bildbearbeitungsprogramms Lightroom habe ich den blauen Sonnenschirm etwas blauer (und heller) gemacht, als er eigentlich ist, ich gestehe. Aber ich will ja immer, dass man meine Fotos schnell erfasst.

Was ich auch immer will, besonders bei Gebäuden: Dass die Linien irgendwie einen Anfang und ein Ende haben. Oder eine Beziehung zueinander. Oder dass sie Spannung aufbauen. In diesem Motiv fiel mir beim Blick durch den Sucher auf, dass sich im oberen Drittel des Bildes eine Art Z-Linie ausbildete, und als sich das Foto noch im originalen Format befand, also rechteckig mit dem Seitenverhältnis 3:2, da zog sich die Z-Linie sowohl unten links als auch oben rechts genau durch die Bildecke.

Wow, ich war so stolz, das ist nämlich gar nicht leicht, wenn man den Kopf im Nacken hat. Aber ach, als ich das Foto bearbeitete, konnte ich zwar die Volltreffer in den Ecken bestätigen, jedoch stand dann die vordere Kante des Hochhauses schief. Das Bild sah total falsch aus, weil das Haus nun in zwei Ebenen kippte: Einmal nach hinten, was ohnehin nicht zu vermeiden ist, wenn man die Kamera schräg nach oben hält (man nennt das stürzende Linien), und dann neigte es sich noch zur Seite.

Bei aller Begeisterung für die Linien in den Ecken: Das ging so nicht. Ich habe das Bild darum lieber so gedreht, dass die vordere Kante genau senkrecht stand, so aber zielten meine Z-Linien jeweils um einen Zentimeter an den Ecken vorbei. Weil das aussah wie gewollt und nicht gekonnt, habe ich aus dem 3:2 ein 1:1 gemacht. So ist die Z-Struktur immer noch einigermaßen erkennbar, und das Haus kippt nicht mehr zur Seite um.

Das andere Bild muss ich dann irgendwann noch einmal machen, mit etwas mehr Zeit und Geduld. Vielleicht im nächsten Sommer, mit blauem Himmel und noch mehr Sonnenschirmen.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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