Es lebe der Fiat 500!


Fiat 500, Auto, Siena, Italien, Kleinwagen
Fiat 500, Siena/I                    ©Stefan Anker

Ich muss heute noch einmal mit Siena kommen. Den Fiat 500 hätte ich natürlich auch in jedem anderen italienischen Ort so finden können, aber wir haben nun mal heute Morgen noch einen letzten Spaziergang durch Siena gemacht, bevor der Zug nach Florenz fuhr. Und als der Frühnebel sich so langsam lichtete, da kam plötzlich diese ikonische Szene zum Vorschein: Die Tür, das Auto, der blätternde Anstrich – da muss man als Fotograf nicht mehr viel machen außer abdrücken. Nur auf eine Sache ist in solchen Fällen unbedingt zu achten.

Ganz klar, es ist der Bildausschnitt. An diesem Foto sieht man sehr gut die große Freiheit des Fotografen: Durchs Weglassen von Informationen (z.B. der Autos hinter dem Fiat oder  links neben der Tür) kann er eine Szene erschaffen, die so eigentlich gar nicht in der Natur vorkommt, die aber eine Botschaft transportiert. In diesem Fall lautet sie: Ja, so ist Italien – oder ehrlicher: Ja, so stellen wir uns Italien vor.

Klischee hin oder her – die Szene ist ja nicht gefälscht oder extra hergerichtet, sie ist nur durch die Wahl des richtigen Bildausschnitts etwas zugespitzt und damit optimiert im Sinne der schnellen Verständlichkeit (eines meiner Mantras, wie Stammleser wissen). Und um die Szene so zuzuspitzen, habe ich nicht mal besondere fotografische Hilfsmittel gebraucht wie etwa ein Teleobjektiv. Nein, das Bild hier ist mit einer 35-mm-Optik fotografiert, und das ist die Brennweite, die am ehesten dem menschlichen Blickfeld entspricht, nur eben ohne Augenwinkel, also auch ohne die weiteren geparkten Autos rechts und links.

In der Bildbearbeitung habe ich versucht, die Schlichtheit der Szene weiter zu betonen, indem ich wieder mal die Kombination aus Kontrasterhöhung und Entsättigung gewählt habe. Zusätzlich gab es eine ganz leichte Vignette, und mit der Upright-Funktion habe ich Tür und Fenster so gerade wie möglich gerückt (nicht ganz einfach, weil das Haus in sich einen leichten Knick hat). An farblicher Bearbeitung habe ich mir eine Betonung des dunkelblauen Autolacks gegönnt (auch weil dann die Dreckspritzer auf der Fahrertür nicht mehr so auffallen) und den Weißabgleich ganz leicht Richtung blau/kühl verschoben.

Weil die Szene so einfach und klar ist, kann man hier noch viele verschiedene Bildlooks ausprobieren, und vielleicht ist meiner hier noch gar nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber manchmal muss man auch auf sein Gefühl hören und es einfach mal gut sein lassen mit der Produktionsarbeit.

Das ist mein Bild, hier steht es, und es kann nicht anders.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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