Ist da jemand?


Brücke, Fußgänger, Baustelle, Nacht
Fußgängerbrücke, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Deutschland ist ein sicheres Land. Das ging mir heute kurz durch den Kopf, als ich an einer wenig belebten Stelle mein Foto des Tages, besser: des Abends machte. Ich weiß natürlich, dass auch hier Menschen Opfer von Verbrechen werden, und die sehen das Sicherheitsthema berechtigterweise kritischer. Aber ganz generell: Man kann nachts in einer deutschen Großstadt in einen Mercedes, Porsche o.ä. steigen, ohne permanent das Gefühl haben zu müssen, gleich bekomme man eine Pistole in den Rücken gedrückt und den Schlüssel abgenommen. Und genauso kann man mit einer teuren Kamera nächtlich-einsame Wege entlangwandern – das Risiko eines Überfalls ist extrem gering. Mir kommt es manchmal so vor, als werde die tatsächliche Sicherheitslage in Deutschland aus politischen Gründen dramatisiert. Ich jedenfalls fühle mich hier gut aufgehoben. Deswegen schreibe ich auch nicht über Politik, sondern über Fotos.

Also: Die spiralförmig gebaute Fußgänger- und Radfahrerbrücke kannte ich schon vorher, und ich dachte mir, dass sie im Regen und  mit eingeschalteter Beleuchtung gut aussehen würde. Der Bonus war dann das blinkende Warnlicht von der Baustellenmarkierung: Zusammen mit der Laterne rechts oben und dem zentralen Licht über der Brücke bildet es ein schönes Dreieck, es gibt dem Bild Tiefe und belebt es auch.

Um das Gelb später nicht zu verlieren, habe ich in der Bildbearbeitung den Weißabgleich nicht so weit Richtung blau gedreht, wie ich es eventuell sonst getan hätte. So ist die restliche Beleuchtung auch ein wenig gelblich geblieben, aber das nehme ich gern in Kauf.

Bei der eigentlichen Bildkorrektur war mir wichtig, die Warnlampe und die Laterne oben rechts nicht überstrahlen zu lassen, die Brücke erkennbar zu halten, und die Nacht so schwarz zu machen, wie sie mir bei meinem Ausflug auch vorkam.

Zuerst habe ich also die hellen Mitteltöne angehoben und die dunklen abgesenkt; auch die  Tiefen wurden deutlich schwärzer. Danach kam ein Radialfilter um die Brücke, der die Belichtung der Brücke erhielt und den Rest des Bildes abdunkelte. Zum Schluss habe ich einen Verlaufsfilter von oben nach unten gezogen und damit das Schwarz noch schwärzer gemacht.

Jetzt erkennt man die Szene sehr gut, und vor allem wurde dadurch die Nebelzone rund um die Lampe in der rechten oberen Ecke deutlich verkleinert und lenkt somit auch den Blick nicht mehr ab.

Als ich zu meinem Auto zurückging, standen drei Jugendliche an einer Mülltonne und redeten laut, so wie Jugendliche es eben tun. Ich hatte trotzdem keine Angst.

Aber ich habe den Kameragurt etwas fester ums Handgelenk gewickelt.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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