Tote Hose auf JFK


Flughafen, Flugzeug, JFK, New York, John F. Kennedy
Kurz vor Sonnenuntergang am Flughafen John F. Kennedy, New York/USA                    ©Stefan Anker

Wie bitte, das soll einer der meistgenutzten Flughäfen der Welt sein? Tatsächlich kann man mit der Kamera fast jeden Ort unbelebt aussehen lassen, selbst „Dschehj-Äff-Kehj“ in New York, das macht halt die Beschränkung des Blickfeldes auf ein Rechteck. Wer weiß schon, was jenseits des Bildrandes los ist?

Damit wächst dem Fotografen auch eine gewisse Verantwortung zu, denn das Weglassen eigentlich wichtiger Informationen ist zwar Teil seiner künstlerischen Freiheit, aber es könnte ja auch als Täuschungsversuch gewertet werden – man kennt das wohl aus manchen Reiseprospekten.

Im vorliegenden Bild – ich schwöre – war wirklich nicht viel los, ich war um die Abenddämmerung am Flughafen (also nach deutscher Zeit gegen 1.30 Uhr heute früh) und hatte noch etwas Wartezeit. Und wie bei den Segelbooten gestern haben mich das matte Licht und die Unbewegtheit der Szene angezogen.

Jenseits des Bildrandes fährt in diesem Moment wirklich nur noch ein kleiner Transportwagen zwischen den Flugzeugen herum, ansonsten stehen die beiden Maschinen (vorn American Airlines, hinten die Air Berlin, die mich nach Düsseldorf gebracht hat) recht still und einsam hier herum.

Ohne den Mann in seiner knallgelben Jacke hätte für mich das Foto nicht funktioniert, aber er war nun mal da, und da habe ich ausgelöst. In der Bildbearbeitung habe ich dann wieder die Kontraste erhöht und mit einer leichten Entsättigung die kühle Stimmung noch etwas kühler gemacht.

Dabei ist mir allerdings das Rot zu sehr verblasst, weshalb ich in Lightroom diese Farbe wieder auf Vordermann gebracht habe (mit den Reglern für Farbtöne, Luminanz und Sättigung). Und der Weißabgleich, man glaubt es kaum, ist gegenüber dem Original ein Stück in Richtung warme Farben verschoben.

Insgesamt aber wirkt die Szene kühl, ein bisschen abweisend, man spürt überhaupt nichts von der Geschäftigkeit, die einen Flughafen auszeichnet, zumal den größten von New York. Wegen dieses Bruchs mit der Erwartung mag ich dieses Bild, auch wenn ich es nicht in die  Top Ten meines Projektes 366 einreihen würde.

Vielleicht ist das die nächste Herausforderung für 2017: Nicht nur jeden Tag ein Bild machen, über das sich kurz zu reden lohnt. Sondern täglich eines, das es verdient hat, groß gedruckt zu werden.

Aber geht das überhaupt? Und wer traut sich so etwas zu?

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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