Hoch hinaus


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BMW 328 auf einer Kunstinstallation, Goodwood/GB                    ©Stefan Anker

Die Welt ist ein seltsamer Ort – so ist eine schöne Serie im „Stern“ überschrieben. Jede Woche zeigen sie ein interessantes, aber erklärungsbedürftiges Foto, und vielleicht könnte mein Foto des Tages auch so ein Bild sein: Zwar ist völlig klar, was man sieht – man weiß nur nicht, wozu das gut sein soll.

Dieses Bild ist (wie das von gestern) beim Festival of Speed im englischen Goodwood entstanden. Der BMW steht auf einer riesigen Installation, die wiederum vor dem Haupthaus des Earl of March aufgebaut ist, der auf seinen Ländereien das Festival veranstaltet. Seit 1993 übrigens, inzwischen ist es eine Mischung aus Oldtimertreffen, Motorsportveranstaltung und Automesse, ein kommerzieller Erfolg ohnegleichen.

Teil des Goodwood-Kults ist seit 1997 das Central Feature. Es handelt sich dabei um eine immer neue Installation, mal mit, mal ohne Autos dran. Dieses Mal hat der Designer Gerry Judah drei halbkreisförmige Bögen ineinander verschränkt, und an jeweils einem Ende der Bögen ist ein BMW befestigt. Anlass ist der 100. Geburtstag der Marke in diesem Jahr.

Es lässt sich unschwer erkennen, dass ich für mein Foto mit dem Teleobjektiv gearbeitet habe. Das hat den Nachteil, dass man sich nicht genau vorstellen kann, wie das Ganze eigentlich aussieht. Dagegen steht der Vorteil, dass man sehr genau die Tollkühnheit der frei schwebenden Konstruktion beurteilen kann – und natürlich die Schönheit des historischen BMW.

Das Modell 328 kam 1936 erstmals heraus, und es entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Rennwagen seiner Zeit. Was hier in Goodwood den Weg nach oben genommen hat, ist der Mille-Miglia-Roadster des Baujahres 1940, von dem BMW für das 1652 Kilometer lange Straßenrennen in Italien genau drei Exemplare gebaut hat. Für Laien: Der BMW auf dem „Central Feature“ durfte möglichst nicht herunterfallen.

In Sachen Bildbearbeitung habe ich hier vor allem mit dem Weißabgleich experimentiert. Ein silbernes Auto verträgt generell auch einen leichten Blaustich, und so hat der in Wahrheit eher blassgraue Himmel mithilfe einer kühleren Farbtemperatur und einer zusätzlichen Verstärkung der Blau-Sättigung eine angenehmere Farbe bekommen. Der Lack des BMW wirkt dadurch auch ein wenig bläulich, aber das stört mich nicht nur nicht, sondern das betont ein wenig die Unwirklichkeit der Szene.

P.S.: Wer sich fragt, wieso das Auto überhaupt hält – unterm Rasen des Gartens von Goodwood House ist ein tonnenschweres Fundament eingegraben. Das hat bisher noch alle Installationen getragen.

P.P.S.: Ein Hoch auf das freie WLAN an den Flughäfen Heathrow und Tegel, ohne die dieser  Blogbeitrag nicht rechtzeitig fertig geworden wäre. 

 

 

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