Autos fahren Zug


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Autoreisezug nach Hamburg-Altona, München/D                    ©Stefan Anker

Hm, wie mache ich das jetzt? Eigentlich wollte ich hier jemanden rühmen, ohne den mein Foto des Tages gar nicht möglich gewesen wäre. Dann aber stellte sich heraus: Das Bild, bei dem ich so große Hilfe hatte, hat es am Ende doch nicht durch den Auswahlprozess geschafft. Aber vielleicht erzähle ich die Geschichte lieber von vorn.

Also: Ich bin auf einem Termin in München, und ich durfte die Dachterrasse eines sechsstöckigen Hauses betreten, von der aus ich die ganze Stadt und auch ihr Wahrzeichen, die Frauenkirche, überblicken konnte. Leider hatte ich mich wegen des Termins nur mit leichtem Gepäck ausgerüstet, also eine Kamera und mein Weitwinkel-Zoom 17-40 Millimeter.

Ja, damit hat man die ganze Stadt im Blick, aber die Frauenkirche sah aus wie Fliegendreck, das Bild war nichts. Also sprach ich jemanden an, der auch eine Canon-Kamera hatte, mit dem 24/70-Zoom – vielleicht könnte ich damit mein Bild verbessern. „Ich habe auch ein 200er“, sagte der Mann, und dann holte er das wunderbare 70/200 2.8, tonnenschwer und superscharf. Ich war happy, stützte Kamera und Objektiv auf der Brüstung ab, und nach ein paar Versuchen hatte ich auch das Verwackeln im Griff. Allein: Die Bilder machten schon auf dem Kameradisplay wenig Spaß, und ich dachte mir: Mach auf dem Rückweg zum Hotel lieber noch etwas anderes.

Das Resultat sieht man hier, es ist der Autoreisezug vom Münchener Ostbahnhof nach Hamburg-Altona, vollgepackt mit durchaus interessanten Fahrzeugen, etwa Motorrädern, Oldtimern oder Sportwagen. Die waren nur nicht schön zu fotografieren, weil sie im Untergeschoss des Zuges sehr im Dunkeln standen.

Also habe ich die Bahnsteigbeleuchtung ausgenutzt, um mein Nachtfoto hell zu machen. Straßenlaternen (hier: Bahnsteiglaternen) gehören zu meinen liebsten Lichtquellen, vor allem wenn sie kaltes weißes Licht im Stil von Neonröhren spenden. Man kann dann mit ISO 400 bis 800 und 1/15 bis 1/30 Sekunde gut hinkommen und ganz stimmungsvolle Bilder machen.

Hier habe ich zusätzlich mal wieder die Kamera schräg gehalten. Das gefällt zwar nicht jedem, aber ich achte immerhin oft darauf, dass wenigstens ein Element im Bild gerade steht, hier ist es die Laterne ganz rechts (wirkt gar nicht so, ich weiß, aber sie steht parallel zum rechten Bildrand).  Besonders beim Superweitwinkel geraten ohnehin viele Dinge am Rand eher schief, das kann man dann wunderbar ausgleichen durch die Schräglage der Kamera selbst. Und wenn nicht auch noch die Verzeichnung wäre (der Laternenmast ist ein wenig krumm), dann wäre es perfekt.

In der Bildbearbeitung achte ich bei solchen Aufnahmen immer auf den Gilb-Faktor. Trotz der kühlen Farbtemperatur der Laternen neigt so ein Nachtfoto zum Gelb- und Braunstich, was man vor allem an großen grauen Flächen wie hier den Gehwegplatten sehen kann. Das Verschieben des Weißabgleichs Richtung Blau (kühl) hilft zwar, aber bis der Gilb aus dem Grau heraus ist, sieht alles andere doch recht bläulich aus.

Da nimmt man besser den Farbregler und entsättigt die Farbe Gelb einzeln. Das hilft fast immer zu 100 Prozent.

Ach ja: Der Fotograf, der mir mit seinem Tele-Zoom ausgeholfen hat, heißt Oliver Beck und führt in München die Agentur Die Tonköpfe. Da kann man Musiker buchen, und das Duo, das bei meinem Termin gespielt hat (DJ und Trompeter), war ziemlich cool. So wie der Chef.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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