Herzensbrecher


Kleinkind, Säugling, Junge, sitzen, Porträt
Sitzen als neue Erfahrung, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Niemand widersteht dem Charme eines Kleinkinds, jedenfalls solange es nicht quengelt und schreit. Ist es aber gutgelaunt, so wie unser Enkel auf dem Foto hier, dann erfreut es eigentlich jeden. Der Kleine ist jetzt sieben Monate alt, und ich weiß nicht genau, wann er angefangen hat zu sitzen, aber bei unserem letzten Foto vor ca. zwei Monaten ging das wohl noch nicht. Jedenfalls scheint er selbst sehr zufrieden zu sein über die Erweiterung seiner Möglichkeiten, und dieser neue Stand der Dinge gehörte dann auch dokumentiert. Es gab dabei nur ein Problem.

Das Klicken der Kamera, selbst im Leise-Modus, ist für ein Baby doch zu interessant, und normalerweise guckt unser Enkel dann immer direkt in die Linse. Das ist prinzipiell nicht falsch, aber ich finde ja das beobachtende Porträt (siehe das gestrige Foto von Lina van de Mars) genauso schön, darum war ich ganz froh, dass seine Mutter ihn auch mal von der Kamera ablenken konnte.

Im übrigen hat der Kleine auch ein tätliches Interesse an dem Fotoapparat – wenn man ihn nicht stoppt, krabbelt er bis zu mir und greift nach der Kamera. Sie ist natürlich zu schwer und zu groß, als dass er sie sich in den Mund stecken könnte, aber wir müssen uns jetzt darauf einstellen, dass man nicht mehr alles in Griffweite und -höhe des Kindes wird liegen lassen können. Vor allem eine extrem wichtige Fotografenregel wird künftig immer wichtiger: Lasse nie den Kameragurt über die Tischkante hängen.

Aber als geborener Optimist gehe ich natürlich davon aus, dass der Kamera schon nichts passiert, und dass ich mich auch weiterhin vorwiegend mit Bildgestaltung und -bearbeitung befassen kann, wenn ich mit der Fotografie zu tun habe.

In diesem Fall hier habe ich mit einer Mischung aus (trübem) Fensterlicht und den Halogenstrahlern von der Decke gearbeitet. Dieses Mischlicht legt oft eine Schwarzweißumwandlung nahe, weil man dann den Unterschied der Farbtemperaturen nicht mehr sieht. Oder aber man wählt eine etwas exotischere Bearbeitung. Ich habe hier wieder die Kombination aus Kontrasterhöhung und Entsättigung gewählt, dazu den Weißabgleich um ca. 1000 Punkte Richtung blau/kühl verschoben und die Blausättigung noch extra angehoben.

So wirkt die Farbe des Nussbaum-Fußbodens nicht mehr ganz so warm, wie sie eigentlich ist, aber dafür ist das Marineblau der Kinderkleidung hervorragend gelungen, sehr dunkel und satt.

Aber dass ich das Bild so mag, liegt nicht wirklich an den Farben, auch nicht an der schrägen Perspektive oder am Bildaufbau. Es ist einfach dieser Herzensbrecher-Blick – unschlagbar.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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