Sport, Fotografie, Mathematik


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Startpunkt für eine Sport-Strecke auf dem Tempelhofer Feld, Berlin/D                    ©Stefan Anker

Sechs Minuten pro Kilometer – das war immer mein Ziel, als ich noch gejoggt habe. Und heute habe ich entdeckt, dass ich mit diesem Ziel gar nicht so falsch lag, denn auf dem Tempelhofer Feld in Berlin wird ähnlich gerechnet. 12 Minuten stehen an der südlichen Landebahn des früheren Flughafens als Laufzeit angegeben – und da die Bahnen hier zwei Kilometer lang sind, passt es ja. Die Frage ist: Wie schnell läuft man, wenn man den Kilometer in sechs Minuten schafft?

Ich weiß, ich weiß, ich habe mich jetzt doppelt unbeliebt gemacht. Die einen beschweren sich über diese Pipifax-Aufgabe, die anderen meckern, weil ich sie mit höherer Mathematik in Ruhe lassen solle, die brauche doch keiner.

Nur zum Verständnis: In Sachen höherer Mathematik war ich als Schüler ein Totalversager und habe die mangelnden Kenntnisse auch nie aufgeholt. Aber in Basis-Mathematik bin ich ziemlich gut, und dies hier ist Basis-Mathematik, man kann auch Kopfrechnen dazu sagen. Und das braucht man unbedingt.

Wer für einen Kilometer sechs Minuten unterwegs ist, schafft in einer Stunde (60 Minuten), also in der zehnfachen Zeit, auch die zehnfache Strecke. Macht zehn Kilometer pro Stunde oder auch 10 km/h.

Ich führe das hier nur so deutlich aus, weil Fotografie auch viel mit einfachen Berechnungen zu tun hat. Und trotzdem klagen viele Leute darüber, dass sie es nicht verstehen. Dabei muss man eigentlich immer nur mit dem Verdoppeln und Halbieren von Werten arbeiten.

Lasse ich doppelt so viel Licht in die Kamera (indem ich z.B. von Blende 8 auf Blende 5.6 wechsle), muss ich die Zeit, in der das Licht auf den Sensor trifft, halbieren  – also z.B. von zwei Sekunden auf eine Sekunde Belichtungszeit umschalten.

Das funktioniert mit jeder Blenden- und Zeitkombination so, und natürlich geht es auch bei kürzeren Belichtungszeiten. Da muss ich mir nur bewusst sein, dass 1/60 ein kleinerer Wert ist als 1/30.

Richtig: Während sich die Halbierungen und Verdopplungen der Belichtungszeit noch einigermaßen erschließen, haben die Blendenzahlen scheinbar wenig mit der tatsächlichen Öffnung der Blende zu tun. Haben sie doch, aber für Basis-Mathematiker führt das schon zu weit. Sie sollten sich nur merken, dass jede volle Blendenstufe eine Halbierung oder Verdoppelung des Lichteinfalls bewirkt, je nachdem, ob ich die Blende öffne oder schließe. An meinem 50-Millimeter-Objektiv ginge dann die Reihe der Blendenstufen von ganz offen bis weit geschlossen so: 1.4, 2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22.

Man muss das alles nicht wissen, weil man ja dem Belichtungsmesser in der Kamera überlassen kann, welche Belichtungszeit er zu welcher Blende kombiniert oder umgekehrt. Aber manchmal arbeitet man halt auch manuell, so wie ich bei diesem Foto hier. Und einen manuell geregelten Blitz habe ich auch noch eingesetzt.

Oh weh. Dabei ist auch das nicht so kompliziert. Ich wollte unbedingt die drei Sportsymbole mit den Minutenangaben aus dem trüben Grau des Berliner Vormittagswetters hervorheben und habe dazu die Belichtung zunächst ohne Blitz so eingestellt, dass Himmel und die Weite des Feldes gut zu erkennen sind. Mit der Einstellung bleiben die drei rosafarbenen Symbole allerdings matt, blass, dunkel – nicht gut.

Also kommt ein Blitz auf die Kamera, dessen Leistung ich ebenfalls verdoppeln oder halbieren kann, und jetzt habe ich mit Belichtungszeit und Blitzleistung so lange experimentiert, dass ich den Himmel eine Spur zu dunkel bekomme und den Vordergrund dafür schön hell. Das geht wahrscheinlich auch irgendwie mit der Automatik, aber ich bekomme es manuell schneller hin – und weil ich den Zusammenhang aus Verdoppeln und Halbieren verinnerlicht habe, dauert das auch nicht allzu lang.

Zwei Erkenntnisse habe ich an diesem Motiv auch gewonnen. Erstens: Schlechtes Wetter ist kein Grund, nicht zu fotografieren. Zweitens: Diese Stelle kommt in meine Hintergrundsammlung für künftige Porträts.

Und vielleicht noch drittens: Sollte ich mal wieder mit dem Joggen anfangen?

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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