Das Kirsch-Problem


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Reife Kirsche am Baum, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Ist man ein böser Mensch, wenn man kein Obst mag? Ich jedenfalls kann den meisten Früchten nicht viel abgewinnen, auch weil man sich auf ihren Geschmack nicht verlassen kann. Mal sind sie zu süß, mal zu sauer, irgendwie passt es mir nie richtig. Eine Ausnahme von dieser Regel macht die Kirsche, die ich täglich mehrfach essen könnte. Wir haben sogar einen anständigen Vorrat im Garten, aber der geht seit Jahren an uns vorbei. Wir haben ein Kirsch-Problem.

Irgendwann haben wir den Zeitpunkt verpasst, den Kirschbaum anständig zurückzuschneiden. Und nun ist er so sehr gewachsen, dass man ohne Leiter überhaupt nicht mehr an irgendwelche Früchte herankommt, und mit Leiter ist es auch schon eher ein Abenteuer als ein sommerliches Nachmittagsvergnügen.

Hinzu kommt, dass nicht nur Stare und andere Vögel sich über die Kirschen hermachen – besondere Genießer sind die Eichhörnchen, von denen es bei uns ein paar gibt. Sie pflücken eine Kirsche, beißen einmal, höchstens zweimal hinein und lassen sie fallen. Der Rasen ist voll mit angebissenen Kirschen.

Den professionellen Kirschbauern in Brandenburg macht zudem der viele Regen zu schaffen, heute hörte ich im Radio von Früchten, die am Baum hängend platzen wegen des vielen Regens. So werden sie natürlich unverkäuflich (man könnte sie den Eichhörnchen anbieten), was die übrigen, nicht geplatzten Kirschen teurer macht.

Was liegt also näher, als heute ein Bild zu Ehren der Kirsche einzustellen? Die von mir so geschätzte Augenhöhe gelang mir übrigens nicht, weil es doch noch tief hängende Zweige gäbe. Nein, ich nahm unsere erhöhte Terrasse und mein Teleobjektiv zu Hilfe. Die hier abgebildete Kirsche befindet sich demnach komplett außerhalb meiner Reichweite.

Optisch gefiel mir natürlich der klassische Rot-Grün-Kontrast zwischen Frucht und Blättern, und die Tropfen vom letzten Regen sehen auch schön aus (wenn sie den Kirschen auch nicht gut tun). Das Ganze hätte allerdings deutlich flauer gewirkt, wenn ich nicht den Blitz eingesetzt hätte.

Gerade wenn Licht durch Blätter fällt, kann ich das leichte Aufhellblitzen nur empfehlen (Blitz herunterregeln und/oder zur Seite richten, man muss etwas experimentieren), man bekommt damit wärmere Farben und bessere Strukturen hin. Natürlich gab es auch eine störende Reflektion des Blitzlichts auf der nassen Kirsche, aber die ließ sich leicht mit dem Kopierstempel (Einstellung: Reparieren) entfernen.

Für den Rest an Bildbearbeitung habe ich dann wieder mit Erhöhung der Kontraste gearbeitet, dazu gab es eine Extra-Sättigung der Farbe Rot, und es liegt ein Radialfilter um die Kirsche, der das umgebende Blattwerk leicht abdunkelt.

Der wichtigste Bearbeitungsschritt war aber der Blitz beim Fotografieren – ein nachträgliches Aufhellen von Kirsche und Blättern wäre mühsamer gewesen und hätte auch weniger natürlich gewirkt.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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