Partylichter


Party, Licht, Blitz, Tanz
Party mit Zoom und Blitz, Berlin/D                    ©Stefan Anker

Ich habe dieses Blog aufgesetzt, um meinem Projekt 366 eine größere Plattform zu geben. Das Projekt lief zunächst nur auf meiner Fotografen-Homepage, und ich habe die neuesten Einträge immer nur auf der geschlossenen (wenn auch nicht leeren) Fotografen-Plattform Shootcamp bekannt gemacht. Dort hatte ich am 1.1.2016 einen Thread eröffnet mit dem Titel „Jeden Tag ein Foto, kann man das durchhalten?“. Heute ist mir zum ersten Mal ein „Nein“ als Antwort in den Sinn gekommen.

Schuld ist die Hochzeit, die ich gestern fotografiert habe. Lange nicht war ich nach einer Arbeit so groggy. Ich war um drei Uhr heute früh zu Hause, konnte dann noch nicht schlafen und war letztlich von 5 bis 13 Uhr im Bett. Und heute habe ich dann nur im Schongang funktioniert, vielleicht habe ich mal drei Sekunden darüber nachgedacht, was das für Monster-Fotografen sein müssen, die zwei Hochzeiten an einem Wochenende bewältigen.

Aber sonst hatte ich heute ü-ber-haupt keine Lust, die Kamera auch nur in die Hand zu nehmen, geschweige denn ein konkurrenzfähiges Foto zu machen. Nach dem Abendessen war ich dann wild entschlossen, zum ersten Mal in diesem Jahr kein neues Foto hier einzustellen. Ich dachte mir, ich lamentiere einfach noch ein wenig mehr wegen der anstrengenden Hochzeit, vielleicht sind meine Leser damit zufrieden. So ein Blog dient ja immer auch der Selbstbespiegelung.

Als es dann aber 23 Uhr wurde, bekam ich Angst vor der eigenen Courage, und mir fielen die Partybilder ein, die ich nach Mitternacht, also heute, gemacht hatte. Das Problem: Ich hatte keinen der Hochzeitsgäste gefragt, ob er vielleicht in meinem Blog auftauchen wollte. Was ich also brauchte, war: Ausschuss, auf dem niemand zu erkennen ist. Eine elegante Lösung, die aber ein weiteres Problem herauf beschwor: Wie soll ich meinen Lesern Ausschuss verkaufen?

Vielleicht, in dem ich erkläre, was mit diesem Bild eigentlich bezweckt war – und warum es letztlich nicht funktioniert hat.

Wir sehen eine Szene von der abendlichen Tanzveranstaltung. So etwas fotografiere ich häufig so, dass ich den Blitz auf die Kamera setze und den E-TTL-Modus einstelle – also die Betriebsart, in der der Blitz das vorhandene Licht ergänzt, es aber nicht überstrahlt. Bei der Kamera wähle ich Blende 4 oder 5.6 plus eine längere Verschlusszeit, z.B. eine halbe, auch mal eine ganze Sekunde. Ich visiere dann eine Tanzszene an, drücke ab und bewege die Kamera auf und ab oder hin und her oder beides. Oder ich zoome während der Belichtung, hier habe ich mich von der Tele- zur Weitwinkelbrennweite bewegt.

Theoretisch (und sehr häufig auch praktisch) passiert nun folgendes: Der Blitz zündet ja nur für ca. 1/1000 Sekunde, darum friert er mir die Szene oder das Gesicht ein, auf die/das ich scharfgestellt habe. Die Bewegung der Kamera oder des Zoomrings erzeugt die Lichtstreifen, die man auch in diesem Bild hier sehen kann. Das geht natürlich nur, wenn auch irgendwo hinter den Tänzern Lichtquellen sind.

In diesem Foto hat das Aufwerten der Lichter gut geklappt, aber Ausschuss ist es geworden, weil von dem Gesicht der Frau mit dem grünen Kleid in der Bildmitte praktisch nichts geblieben ist. Es ist ähnlich wie bei manch anderen Verfahren, Bewegung in ein statisches Foto zu bringen: Nicht immer klappt es, man muss es dann einfach noch einmal probieren. Und noch einmal und noch einmal…

Das ist auf jeden Fall besser, als zu lange nachzugrübeln, warum ein Foto nichts geworden ist. Ich denke, hier habe ich zu schnell angefangen zu zoomen, so dass das Gesicht der Frau im grünen Kleid (Bildmitte) gar nicht die Chance hatte, angemessen festgehalten zu werden. Aber ich nehme gern auch andere Hinweise entgegen.

Und ich bin froh über eine Feststellung an diesem Tag, an dem ich einfach nicht noch einmal fotografieren konnte: Schreiben geht immer.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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