Fußball und Arbeit – geht das?


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Schreibtisch eines fußballfreundlichen Fotografen, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Darf man jemals das zweitbeste Foto zeigen? Radio Eriwan antwortet darauf glasklar: Im Prinzip nein. Trotzdem kann ich das beste Foto meines heutigen Arbeitstages nicht hier einstellen, weil es noch in der „Welt“ veröffentlicht werden soll, wahrscheinlich am 23. April. Vorgreifen ist da ein bisschen schlecht, auch wenn ich das vor ein paar Tagen schon einmal gemacht habe – da hatte die Produktion aber sehr viele Bilder ergeben, während ich heute tatsächlich erst zwei Stück in mühevoller Kleinarbeit hergestellt habe. Focus-Stacking ist das Stichwort, und das kann dauern – aber ich sage mehr dazu, wenn ich so ein Foto auch mal gleichzeitig hier präsentiere. Heute habe ich eher eine Bitte an die Leser meines Blogs.

Ich bitte sie, dieses zweitbeste Bild hier als Joker zu betrachten. Seit 104 Tagen produziere ich jeden Tag ein Foto für mein Projekt 366, und diese selbst gestellte Aufgabe hat doch erhebliche Auswirkungen auf meinen Tagesablauf. Ich brauche eine Idee und dann im Durchschnitt zwei Stunden zur Ausführung – wozu ich das Fotografieren selbst zähle und das Aussortieren, das Bearbeiten sowie das Schreiben eines sinnvollen Textes.

Angenehm sind die Tage, von denen ich schon vorher weiß, dass ich in interessanten Gegenden unterwegs sein werde; schwieriger ist die Ideenfindung zu Hause. Vor allem, wenn ich viele andere Dinge zu tun habe. Da werde ich manchmal richtig unruhig, wenn mir nichts Rechtes einfallen will – schließlich ist es mein Ehrgeiz, möglichst viele gelungene Fotos hier hochzuladen.

Zu den wichtigsten Aufgaben des heutigen Tages gehörte die Beobachtung des FC Bayern München, der vor die Aufgabe gestellt war, Benfica Lissabon aus der Champions League zu werfen (hat geklappt). Da ich trotzdem noch zu arbeiten hatte, habe ich mich der heute so angesagten Second-Screen-Kultur befleißigt und versucht, das Fußballspiel nebenbei auf dem Handy zu verfolgen.

Das ging natürlich nicht, denn ich für meinen Teil kann nicht zwei Dinge gleichzeitig tun. Heute klappte das Multitasking wenigstens insoweit, dass ich plötzlich die Idee hatte, die Second-Screen-Sache als Fotomotiv umzusetzen. So war es geradezu notwendig, gleichzeitig zu arbeiten (nämlich den Tisch mit Kamera, Zeitung, Computer und Smartphone zu dekorieren, auf einen Stuhl zu klettern, Fotos zu machen) und das Spiel zu sehen.

Na ja, was man so sehen nennt, wenn man zwei Meter Abstand zu einem iPhone 5 hat. Aber ich konnte es aus dem Telefon jubeln hören, als Thomas Müller das zwischenzeitliche 2:1 für die Bayern schoss, und dieser Moment ist hier sogar im Foto festgehalten (okay, Zeitlupe, aber besser als nichts).

Hier noch die Bemerkungen zum Blitzen und zur Bildbearbeitung. Es stand ein Aufsteckblitz einen halben Meter hinter dem Notebook auf dem Tisch und hat mit einem Viertel seiner Leistung gegen die Decke geblitzt. Damit hatte ich genug Licht, um bei ISO 100 mit Blende 4 und 1/125 Sekunde aus der Hand zu fotografieren, und ich musste mich weder um Schatten noch um Spiegelungen sorgen.

Was häufig blöd ist, wenn man Bildschirme fotografiert: Sie werden nicht so richtig hell. Hier kam dann der Korrekturpinsel in Lightroom zur Anwendung, damit habe ich auf beiden Bildschirmen Helligkeit, Kontrast, Klarheit und Schärfe verstärkt. Das kleine Handy-Display bekam auch noch etwas Sättigung dazu, vor allem beim Grün. Auch der Laie soll sofort erkennen können, dass hier Fußball gespielt wird.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

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