Megapixel-Biene


Biene, Blume, Garten, Nektar, Bestäubung
Biene Hummel bei der Arbeit, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Ich will heute gar nicht lange über Bienen und Makrofotografie sprechen, sondern über Megapixelzahlen. Denn Sie ahnen ja nicht, wie groß ich diese kleine Biene eben gedruckt habe. (Ergänzung 23.7.: Und Sie ahnen ja noch weniger, wie blöd ich mir vorkomme, nachdem mir mithilfe eines Bestimmungsbuches nachgewiesen wurde, dass meine Biene eine Hummel ist. Ich habe das jetzt überall korrigiert außer in der Überschrift – dann würde eine Verlinkung nicht mehr funktionieren)

Also: Das Foto ist tatsächlich mithilfe eines Makro-Objektives entstanden, allerdings bin ich nicht so dicht herangegangen, wie es technisch möglich wäre. Nicht aus Angst vor den Hummeln Bienen (die sind viel zu konzentriert aufs Nektarsammeln), sondern weil es umso schwieriger wird, ihnen mit dem Autofokuspunkt zu folgen, je näher man ihnen kommt.

Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und mich auf ein paar Blütenstauden konzentriert, die sich gut von den anderen abhoben und weit genug weg waren vom nächsten Busch, so dass ich als Hintergrund eine grüne verwischte Fläche bekommen habe. Mit Blende 5.6 übrigens – wie ich immer sage, muss man die Blende bei Makro-Aufnahmen gar nicht immer ganz öffnen, das macht es nur schwieriger mit der Schärfe.

Zusätzlich habe ich, man sieht das wahrscheinlich auch, einen Aufsteckblitz benutzt, denn es war überhaupt keine Sonne im Garten, und ohne Blitz sahen die Farben schlapp und fad aus. Da habe ich den Blitz ganz klassisch auf die Kamera gesetzt und ihn im E-TTL-Modus genutzt, also vollautomatisch als Ergänzungslicht.

So hat er vor allem dem schwarz-gelben BienenHummelkörper Farbe und Struktur gegeben (man sieht sogar einzelne Blütenstaub-Partikel). Die rosa Blumen hat er allerdings auch kräftig überstrahlt, obwohl ich die Blitzleistung schon um eine Stufe abgesenkt habe, da musste ich in der Bildbearbeitung dann kräftig mit dem Korrekturpinsel arbeiten, um Lichter und Weißtöne selektiv zurückzudrängen.

Aber ich wollte ja übers Drucken sprechen. Seit einiger Zeit steht auf meinem Schreibtisch ein 32 Kilogramm schwerer Brocken von A2-Drucker, der Canon ImagePrograf 1000. Mit den Ergebnissen von dessen Arbeit will ich mein fotografisches Geschäft ausweiten, zurzeit befinde ich mich aber noch in der Testphase. Verschiedene Papiersorten wollen probiert werden, ich muss schauen, wie viel Tinte ein einzelner Druck benötigt, und Farbmanagement ist natürlich auch immer ein Thema – die Drucke sollen ja möglichst so aussehen wie die Bilder auf dem Monitor.

Heute habe ich nun das erste Bild in A3 ausgedruckt, eben diese Biene. Standardmäßig arbeitet der ImagePrograf 1000 mit einer Druckauflösung von 240 dpi, bislang wüsste ich auch noch nicht, ob man den Wert erhöhen oder absenken kann. A4-Ausdrucke sind mit dieser Auflösung jedenfalls gestochen scharf, und auch beim ersten A3 habe ich nicht klagen können.

Interessant ist, mit wie wenig Bildauflösung solche 240-dpi-Bilder erstellt werden können. Im Programm Canon Print Studio Pro, das man als Zusatzmodul direkt aus Lightroom heraus starten kann, wird die mögliche Druckgröße in Millimetern exakt angegeben. Für dieses BienenHummelfoto ist hier der Wert 432,75×288,5 Millimeter angegeben, und das entspricht fast genau DIN A3 (420×297 mm). Die DIN-Formate entsprechen nicht genau dem Seitenverhältnis des Kamerasensors (statt 3:2 ist es 3:2,12), darum verliert man in der Breite etwas vom Originalbild, wenn man das Papier randlos bedruckt, oder man druckt eben mit Rand, was ohnehin eleganter aussieht.

Aber da 432,75×288,5 mm problemlos möglich gewesen wären, hätte ein randloser A3-Druck und damit ein Aufblasen der kurzen Seite von 288,5 auf 297 Millimeter sicher keine sichtbaren Schärfefehler ergeben.

Mein BienenHummelfoto ist im Original relativ stark beschnitten, es hat nicht mehr die volle Auflösung des Sensors von 5472×3648 Pixel (19,96 Megapixel), sondern es setzt sich nur noch aus 4089×2726 Bildpunkten zusammen, als käme es aus einer Kamera mit nur 11,14 Megapixel.

Nachdem der Ausdruck (auf Seidenmatt-Papier, hmmm!) nichts als Freude macht, sehe ich mich bestätigt darin, meiner Kundschaft vertraglich Bilder in 3000×4500 Pixel Auflösung zuzusichern. Das gibt mir die Freiheit, Bilder durch Beschnitt zu verbessern. Und den Kunden kann ich sagen, dass sie A3-Ausdrucke (oder Doppelseiten in A4-Fotobüchern) aus ihren Fotos machen können.

Und falls sie es nicht glauben, kann ich ihnen jetzt auch einen Ausdruck als Beweis zeigen. Schönes Gefühl.

Persönlicher Kontakt: 0171/8323 565
mail@stefananker.com

5 Kommentare zu „Megapixel-Biene

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