Geblitzdingst


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Aufsteckblitz in Aktion, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Zu meinen Vorlieben zählt das Einsetzen von Blitzen, und heute Abend wollte ich diese Art zu arbeiten eigentlich auf eine neue Stufe heben. Allein, es ist misslungen.

Mit dem Bild hier hat das allerdings nur bedingt zu tun, das gefällt mir ganz gut. Es zeigt meinen stärksten Blitz beim Blitzen, und auch wenn jeder weiß, dass ein Blitz genau dann blitzt, wenn der Verschluss der Kamera offen ist, finde ich es schön, das kleine Männlein (sieht er nicht genau so aus?) in Aktion zu sehen.

Einen blitzenden Blitz sieht man auch ab und zu auf meinen Partybildern. Man kann während des Tanzes auf verschiedene Weise mit Blitzen arbeiten, eine davon geht bei mir so: Ich stelle zwei Blitze auf Stative oder auf Tische oder irgendwo leicht erhöht hin und löse sie über Funk aus.

Das hat den Vorteil, dass ich mit kurzen Verschlusszeiten im manuellen Modus fotografieren kann und das Tanzen der Gäste ohne Bewegungsunschärfe festhalte. Zwar kann das auch steril aussehen, aber je nach Blitzleistung, Raumgröße und Ausrichtung der Blitzköpfe gibt es durchaus Bilder mit eher verwegener Ausleuchtung, die dem Ganzen dann wieder einen Schuss Lebendigkeit verleihen.

Meine Vorliebe liegt allerdings bei einer anderen Blitztechnik, die am Ende auf den Bildern  eine Kombination aus scharf abgebildeten Menschen mit leicht sichtbaren Bewegungsspuren und deutlich verwischten Lichtern zeigt. Das geht aber nur, wenn auch wirklich viele Lichter (z.B. Discokugeln) im Raum sind, und es trifft nicht den Geschmack von jedem Kunden, daher tut man gut daran, verschiedene Techniken einzusetzen.

Die beschriebene Technik wollte ich nun perfektionieren, bin zum Fachhändler meines Vertrauens gegangen (in Berlin: Calumet, kompetente Mitarbeiter, ich fühle mich da gut aufgehoben) und habe folgendes Anliegen geschildert: Ich will künftig drei statt zwei Blitze einsetzen, und ich will alle drei von der Kamera aus regulieren können. Sonst muss ich nämlich für jede Korrektur der Blitzleistung immer zu den Standorten der Blitze laufen, und das macht wenig Spaß.

Mein wichtigster Wunsch aber: Ich will mein Autofokusproblem lösen. Wenn ich einen  Funkauslöser auf der Kamera habe und nicht den Blitz, dann muss ich leider auf das Autofokus-Hilfslicht verzichten, dass der Blitz aussendet. Scharfstellen ist da immer ein wenig Glückssache. Ich suchte also nach einem Funkauslöser, der souverän mit mehreren Blitzen umgehen kann und gleichzeitig meinem Autofokus zeigt, wo es lang geht.

Es stellte sich heraus, dass wegen der Urlaubszeit ein echter Blitzexperte nicht da war, aber man schrieb mir eine Telefonnummer eines solchen Experten direkt bei Canon in Krefeld auf, und außerdem gab man mir den teuersten Funkauslöser von Canon zum Testen mit nach Hause. Einfach so und kostenlos, für eine Woche. Das nenne ich Service.

Den Canon-Experten habe ich noch nicht angerufen, aber den Funkauslöser habe ich schon ausprobiert, er hat hier auf dem Bild den Blitz ausgelöst, und er kann bis zu 15 Blitze gleichzeitig verwalten, wow. Leider kann er weder mit meinen chinesischen Billigblitzen arbeiten (was ich verstehe) noch mit meinem älteren Canon-Zweitblitz. Soweit ich es verstehe, geht es überhaupt nur mit dem großen Canon-Blitz 600EX-RT. Schlimmer aber: Es gibt kein Autofokus-Hilfslicht. Das gibt es zwar an einem anderen Canon-Auslöser, aber der arbeitet nicht mit Funk, sondern mit Infrarot, was ich wiederum nicht haben will.

Ich wäre jetzt also für einen Tipp dankbar, denn ich fürchte, der Canon-Experte wird mir nur Canon-Produkte empfehlen. Wer also in der Blitz-Materie tiefer drin steckt als ich, der darf hier gern einen hilfreichen Kommentar hinterlassen.

Und jetzt noch kurz zu dem Bild von heute: In Ermangelung eines Autofokus-Hilfslichtes (und aus Faulheit, mit Stativ zu arbeiten und manuell scharf zu stellen), habe ich eine LED-Taschenlampe genutzt, um den Blitz anzuleuchten, damit mein Autofokus etwas zu messen hat. Der beleuchtete Glasboden unseres Küchenschranks hat sich gut als Verlängerung des Licht-Themas geeignet, und diese Lichtquelle belegt auch, dass die Küchengeräte, die an der Wand hängen, nicht vom Blitz angestrahlt werden. Der blitzt einfach so in die Gegend (mit 1/16 Leistung), beleuchtet ein paar schwebende Staubteilchen (wie unangenehm) und trägt ansonsten gar nicht viel zur Belichtung bei.

Er macht aber auch nichts kaputt. Das Bild habe ich nach einigen unbefriedigenden Versuchen im manuellen Modus, die alle irgendwie zu hart und zu dunkel wurden, mit der E-TTL-Einstellung gemacht, und erst dann wurde die Szene weder zu hell noch zu dunkel.

E-TTL bedeutet im Wesentlichen: Kamera und Blitz beziehen auch das Umgebungslicht in die Belichtung mit ein und füllen mit dem Blitz gewissermaßen nur die Lücken. Deshalb eignet sich E-TTL auch nicht in jedem Fall für Innenaufnahmen: Man muss häufig  ziemlich lange Belichtungszeiten in Kauf nehmen. Der Vorteil an E-TTL aber ist, dass das Bild dann nicht so totgeblitzt aussieht.

Bei diesem Foto habe ich meinen Blitz mit Blende 4 vom Hintergrund freigestellt und konnte nach einer Erhöhung der Lichtempfindlichkeit des Sensors auf ISO 800 mit 1/30 Sekunde fotografieren. Das Ergebnis finde ich gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass vier Lichtquellen mit verschiedenen Farbtemperaturen im Spiel waren: Die Deckenbeleuchtung unserer Küche, die Beleuchtung des Küchenschranks, der Blitz selbst und die LED-Taschenlampe.

Es lebe die Technik! Kann man ja ruhig mal sagen.

Ein Kommentar zu „Geblitzdingst

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