In der Werkstatt mit Lina van de Mars


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Lina van de Mars, Berlin/D                    ©Stefan Anker

Ist es nicht immer schön, wenn man Leute trifft, die anders sind, als man denkt? Okay, wie Lina van de Mars so sein könnte, weiß man seit der Sendung „Der Checker“, aber normalerweise würde man von einer 37-jährigen Frau kaum erwarten, dass sie mit einem alten Jeep Cherokee in die Werkstatt rollt und sich an den Wechsel von Bremsscheiben und -belägen macht. Aber Lina ist eben tatsächlich Kfz-Mechanikerin (und Mechatronikerin noch dazu), und sie schraubt darum wirklich selbst. Obwohl das Foto eigentlich das Gegenteil nahelegt.

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Funk, Waffen, Munition?


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Ehemaliger Grenzübergang zwischen West und Ost, Marienborn/D                    ©Stefan Anker

Die Älteren werden sich noch erinnern: Die Frage „Funk, Waffen, Munition?“ war für uns Westdeutsche so eine Art Dreiklang des Sozialismus, wenn wir auf der Transitautobahn nach Berlin fuhren. Nicht Glaube, Liebe, Hoffnung, nicht Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, nein, ein humorloser Grenzer (der erste in einer ganzen Reihe) interessierte sich ausschließlich dafür, ob wir die Grundausstattung des feindlichen Spions bei uns hatten. Und humorvolle Westdeutsche, die diese Frage mit einem Scherz beantworteten („Mist, hab ich doch wieder die Handgranaten zu Hause gelassen“) hatten Anspruch auf die Gastfreundschaft des Grenzregimes. Heute sind die meisten Grenzanlagen abgebaut, aber der Übergang auf der Strecke Hannover-Berlin ist als Gedenkstätte erhalten, verfällt so langsam vor sich hin, und man darf da machen, was man früher auf keinen Fall durfte.

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Am Regenbogen entlang


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Brautpaar am Lago Laprello, Heinsberg/D                    ©Stefan Anker

Ja, das hat jetzt etwas gedauert. Ich entschuldige mich bei den regelmäßigen Lesern meines Blogs, die vor allem am Voranschreiten meines Projektes 366 interessiert sind. Und ich kann ihnen versichern: Es schreitet voran, es entsteht jeden Tag ein Foto, ich bin nur mit dem Bearbeiten etwas im Rückstand. Das liegt auch an den beiden Frauen hier auf dem Foto: Auf ihrer Hochzeit habe ich unglaubliche 4873 Bilder gemacht, was nicht nur daran lag, dass ich eine nagelneue Kamera im ersten Großeinsatz dabei hatte. Nein, es war auch wirklich eine schöne Hochzeit, auf der eine Menge passierte. Und außerdem hatten die beiden trotz tiefer Temperaturen auch Spaß am Brautpaarshooting. Wir waren knapp zwei Stunden unterwegs, haben fünf, sechs gute Motive gemacht – und jetzt, da ich mein Bild fürs Projekt ausgesucht habe, komme ich erst drauf, dass wir alle drei die Symbolik dieses Fotos beim Fotografieren gar nicht bemerkt haben.

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Herbstblues in Grün


Nussbaum, Laub, Blatt, Herbstlaub
Nussbaum, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Mattes Licht und leuchtende Farben – diesen schönen Kontrast gibt es so nur im Herbst, und passende Motive findet eigentlich jeder vor seiner Haustür. Man muss allerdings die entstehenden Bilder dringend nachbearbeiten.

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Giftzwerg im Garten


Fliegenpilz, Giftpilz, Pilz, Waldboden
Fliegenpilz, Königs Wusterhausen/D ©Stefan Anker

Moment mal, der war gestern noch nicht da, oder? Jedenfalls haben wir jetzt eine kleine Fliegenpilzkolonie im Garten, und soweit ich weiß, hatten wir so etwas noch nie. Klar, dass ich den Beeindruckendsten unter den giftigen Gesellen fotografieren musste, obwohl ich genau das nie tun wollte.

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Vorsicht, scharf!


Bedienungsanleitung, Canon EOS 5D Mark IV
Bedienungsanleitung der Canon EOS 5D Mark IV, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Ich muss noch einmal über Technik sprechen, und ja, Anlass ist wieder die neue Kamera, die ich heute abgeholt habe. Zum ersten Mal überhaupt bin ich beim Fotohändler mit Handschlag begrüßt und verabschiedet worden, das Teil war also teuer. Aber wie es aussieht, ist es sein Geld auch wert, und als erstes Indiz dafür steht der hier abgebildete Ausschnitt aus der Bedienungsanleitung. Er sieht eigentlich ganz normal aus, eine Makroaufnahme mit sanft verlaufender Unschärfe, die die Schriftzeile, auf die es ankommt, sauber hervorhebt. Man ahnt nur nicht, unter welchen Bedingungen diese Aufnahme entstanden ist.

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Karl Marx lebt …


U-Bahn, Berlin, U7, Karl-Marx-Straße, Neukölln, U-Bahnhof
U-Bahnhof Karl-Marx-Straße, Berlin/D                    ©Stefan Anker

… in deutschen Straßennamen weiter. Dieses Bild ist im U-Bahnhof Karl-Marx-Straße entstanden, und die ist eine der Hauptadern des Berliner Stadtteils Neukölln. Was das mit dem Bild zu tun hat? Nicht viel, ich brauchte nur eine griffige Formulierung für die Überschrift, und dasselbe Foto hätte ich so auch an den Stationen Kaiserdamm oder Viktoria-Luise-Platz machen können. Aber wenn Sie nun schon einmal hier hereingelesen haben, dann wollen Sie vielleicht auch etwas zum Thema Reserve-Motiv wissen.

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Es lebe der Fiat 500!


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Fiat 500, Siena/I                    ©Stefan Anker

Ich muss heute noch einmal mit Siena kommen. Den Fiat 500 hätte ich natürlich auch in jedem anderen italienischen Ort so finden können, aber wir haben nun mal heute Morgen noch einen letzten Spaziergang durch Siena gemacht, bevor der Zug nach Florenz fuhr. Und als der Frühnebel sich so langsam lichtete, da kam plötzlich diese ikonische Szene zum Vorschein: Die Tür, das Auto, der blätternde Anstrich – da muss man als Fotograf nicht mehr viel machen außer abdrücken. Nur auf eine Sache ist in solchen Fällen unbedingt zu achten.

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Best of Toskana


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Dom mit Glockenturm, Siena/I                    ©Stefan Anker

Ich schreibe nicht oft und auch nicht so gern über Fototechnik, aber heute muss es mal sein: Ich habe mir eine neue Kamera bestellt. Nächste Woche hole ich sie ab, und ich bin guter Dinge, dass sie mein Fotografendasein positiv beeinflusst. Warum erzähle ich das zu einem Foto des Doms von Siena? Weil ich – Entschuldigung – absolut begeistert bin von dem Bild, was mir da heute gelungen ist, und weil ich das eben mit der alten Kamera gemacht habe. Dieses Foto soll mich daran erinnern, dass es nicht der Fotoapparat ist, der die Bilder macht, sondern der Mensch, der diesen Apparat in der Hand hält. Stellt sich nur die Frage, warum ich mir trotzdem eine neue Kamera gekauft habe.

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Wanderlust


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Wanderung in der Toskana, Greve/I                    ©Stefan Anker

Eine meiner wichtigsten Regeln lautet: Fotografiere Menschen nicht von hinten. Aber wie alle Regeln darf auch sie gebrochen werden, und umso eher ist das erlaubt, wenn ich die Regel selbst aufgestellt habe. Also: Wer wandert, darf, soll  und muss auch von hinten fotografiert werden, denn diese Perspektive symbolisiert den Aufbruch, der mit jeder Wanderung verbunden ist. Und natürlich  gibt es auch noch einen ganz pragmatischen Grund für den Regelverstoß.

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