Wanderlust


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Wanderung in der Toskana, Greve/I                    ©Stefan Anker

Eine meiner wichtigsten Regeln lautet: Fotografiere Menschen nicht von hinten. Aber wie alle Regeln darf auch sie gebrochen werden, und umso eher ist das erlaubt, wenn ich die Regel selbst aufgestellt habe. Also: Wer wandert, darf, soll  und muss auch von hinten fotografiert werden, denn diese Perspektive symbolisiert den Aufbruch, der mit jeder Wanderung verbunden ist. Und natürlich  gibt es auch noch einen ganz pragmatischen Grund für den Regelverstoß.

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Hilfe, die Touristen kommen!


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Ponte Vecchio, Florenz/I                    ©Stefan Anker

Gestern Abend hatte ich folgendes vermutet: Tagsüber ist in der Altstadt von Florenz ungefähr das Zehnfache los. Diese Annahme war falsch, denn es ist das Zwanzigfache oder noch mehr. Was wir hier sehen, sind die Menschenmassen auf der Ponte Vecchio, einer der berühmtesten Brücken Italiens. Allerdings habe ich dieses Foto auch wieder ziemlich zugespitzt, sowohl in der Bearbeitung (natürlich) als auch vorher beim Fotografieren.

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Blaue Stunde in Florenz


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Piazza Santa Maria Novella, Florenz/I                    ©Stefan Anker

Wer kennt schon die Basilica Santa Maria Novella? Ich kannte sie bis heute Abend jedenfalls nicht, und das liegt wahrscheinlich daran, dass man es in Florenz als einfache Basilika nicht so leicht hat, denn die Konkurrenz an Sehenswürdigkeiten ist viel zu groß –  Dom, Ponte Vecchio, Uffizien, die Paläste der Medici. Trotzdem werde ich Santa Maria di Novella so schnell nicht vergessen, denn als ich auf den Balkon meines Hotelzimmers trat, bot mir die gleichnamige Piazza genau den Anblick, den ich von einem Besuch in Italien erwarte. Und dann war da ja noch diese fotografische Besonderheit.

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Bitte einsteigen!


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Karussell vor der Öffnung des Volksfestes, Potsdam/D                    ©Stefan Anker

Darf ich vorstellen? Die Jaguar-Bahn. Sicher kennt sie jeder unter einem anderen Namen, denn von diesem Standardkarussell gibt es unzählige Varianten. Ich erinnere mich an „Hot Wheels 2000“, was einen Rückschluss auf mein Alter zulässt, aber funktioniert haben diese Dinger alle gleich: Man fährt im Kreis und gleichzeitig über Hügel, und es gibt immer irgendeine Oma, die zum Behüten der Kinder eingestiegen ist, aber die Sache mit der Fliehkraft unterschätzt hat. Kann sehr lustig sein, wohingegen dieses Bild wieder ein bisschen traurig geraten ist. Warum nur?

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Wirklich unwirklich


Feldweg, Wiese, Wald, Himmel, Landschaft
Feldweg, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Wie es aussieht, befinde ich mich gerade in meiner lapidaren Phase. Aber die Wahrheit ist, dass ich momentan nicht viel herumkomme und einige Büroarbeit zu erledigen ist, weshalb ich für mein Projekt 366 auf die nähere Umgebung zugreifen muss. Und wenn ich mit der Kamera schon Notizen aus der Provinz mache,  dann versuche ich auch, eine ganz ausgeruhte Leere in den Bildern zu erzeugen. Allerdings gern gepaart mit einer Stimmung, die im Original nicht vorhanden ist.

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Waidmannsheil!


Hochsitz, Feld, Brandenburg
Hochsitz, Ragow/D                    ©Stefan Anker

Schwarzweiß statt Schwarz-Rot-Gold – heute hätte ich ein Bild zum Tag der Einheit gemacht, wenn sich eines aufgedrängt hätte. Aber fernab der offiziellen Feierlichkeiten geht das Leben einfach seinen Gang, man freut sich über den freien Tag, und das war’s dann auch. In meiner Stadt Königs Wusterhausen hat sich jedenfalls einheitsfeiermäßig nichts getan, und bis Dresden wollte ich dann auch nicht fahren nur wegen eines Fotos. Immerhin hat das Bild, das ich ausgewählt habe, auch einiges mit Deutschland zu tun.

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Die letzte Ernte


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Biene in einer Asternblüte, Königs Wusterhausen/D                    ©Stefan Anker

Kalt und klamm war es heute kurz vor Sonnenuntergang im Garten, aber immer noch wehrt sich der Sommer gegen sein Verschwinden. Die Sonne scheint, so gut sie kann, und die Bienen tun ihre Arbeit in schon ganz leicht heruntergerockten Blüten. Was vielleicht etwas anders war als sonst: Sie kamen in geringerer Zahl, und sie wirkten träger, was die Arbeit mit der Kamera leichter machte. Trotzdem war dieses Foto zum Zeitpunkt der Aufnahme längst nicht fertig.

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Das besondere Schwimmbad


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Hotel Molitor, Paris/F                    ©Stefan Anker

Die meisten Hotels haben ein Schwimmbad, aber hier ist es umgekehrt: Dieses Schwimmbad hat ein Hotel. Wir sehen das berühmte Piscine Molitor im Pariser Stadtteil Auteuil, nicht weniger als eine städtebauliche Sensation aus den 20er-Jahren. Es hat seinen Rang aber nicht nur in der Architekturgeschichte, sondern war auch Schauplatz einer modischen Revolution.

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Immer nur lächeln


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Kurz vor Eröffnung der Automesse, Paris/D                    ©Stefan Anker

Sorry, heute muss es schnell gehen: Automesse Pariser Salon, die Hostessen am Lexus-Stand versammeln sich am Morgen des Großkampftages (die Presse fällt ein) zum motivierenden Gruppenfoto. Auch wenn es nur ein Handybild ist, wird es für sie eine schöne Erinnerung sein – und ich liebe es, Leute beim Fotografieren zu fotografieren. Später vielleicht noch mehr, ich muss noch zu einem Termin und einen Text für die „Welt am Sonntag“ schreiben. Und jetzt bin ich wieder da, und es gibt noch ein paar Worte zu diesem Foto. Ich habe damit nämlich eine Regel gebrochen.

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Meine Porträt-Theorie


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Land-Rover-Designerin Amy Frascella, Paris/F                    ©Stefan Anker

Eine beliebte Frage: Was ist ein Porträt? Nur das Gesicht? Oder der Mensch in seiner Arbeitsumgebung? In irgendeiner Umgebung? Und muss er dann nicht wenigstens absichtlich in die Kamera sehen? Oder sich wenigstens der Tatsache bewusst sein, dass er fotografiert wird? Meine Antwort darauf lautet: Die Kunst ist frei.

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