Ich weiß nicht, was die junge Dame da genau fotografiert, aber es ist auch egal – sie selbst gibt einen schönen Blickfang ab, denn ich finde fotografierende Menschen sind grundsätzlich gut: Worauf sie die Kamera richten, das muss doch interessant sein, oder?
Aus der Not eine Tugend machen – so nennt man das wohl, was mir heute widerfahren ist. Ich wusste, dass ich am Abend von München nach Berlin fliegen würde, und ich dachte: Sei nur rechtzeitig am Flughafen, dann wirst du schon eine großartige Innenarchitekturaufnahme hinbekommen, so wie Anfang des Jahres in Stuttgart. Aber Pustekuchen. In München war es vor allem zu voll, ständig liefen Leute durchs Bild, und da musste ich dann eine andere Strategie wählen.
Hm, wie mache ich das jetzt? Eigentlich wollte ich hier jemanden rühmen, ohne den mein Foto des Tages gar nicht möglich gewesen wäre. Dann aber stellte sich heraus: Das Bild, bei dem ich so große Hilfe hatte, hat es am Ende doch nicht durch den Auswahlprozess geschafft. Aber vielleicht erzähle ich die Geschichte lieber von vorn.
Es gibt viele Vorurteile, und eins davon geht so: Heute sehen alle Autos gleich aus. Das wird in jeder Epoche seit den 70er-Jahren so gesagt, und fast immer ist es falsch. Auch heute, wie ich mit meinem Foto des Tages belegen kann.
Es summte mal wieder über unserer Kräuterspirale, aber heute wollte ich keine Hummeln fotografieren wie neulich, sondern hatte es auf Schmetterlinge abgesehen. Sie haben eine höhere Fluchtdistanz und taumeln auch nicht wie in Trance über den Blüten, sondern sind etwas furchtsamer und somit hektischer unterwegs. Aber am Ende hat die geballte japanische Autofokus-Ingenieurskunst sie besiegt. Und ich habe eine erstaunliche Entdeckung gemacht.
Wow, der Porsche gestern war ein echter Erfolg, vor allem über Facebook haben viele Menschen zu meinem Blog gefunden, vielen Dank dafür. Als eiskalter Internet-Klick-Optimierer sollte ich gleich noch einen Sportwagen zeigen, aber so bin ich ja nicht. Heute ist mal der öffentliche Nahverkehr dran, der hat auch seinen Reiz. Jedenfalls fotografisch.
Es ist nicht immer alles Absicht, was ich fotografiere. Manchmal entdecke ich auch hinterher, dass die Aufnahme einen ganz besonderen Charme hat, der mir beim Fotografieren selbst entgangen war. So wie heute.
Wegen des großen Erfolges: Schon wieder eine Sehenswürdigkeit, schon wieder ein fotografierendes Pärchen. Ja, wenn es so einfach wäre. Das Foto von gestern war Zufall, zwischen zwei Terminen bin ich am Berliner Dom vorbeigefahren und habe mir dort einfach die Zeit genommen. Heute hingegen wusste ich, dass ich am Abend in Dresden sein würde und hatte mir die Nachtaufnahme fest vorgenommen. Nur eine Sache konnte ich nicht ahnen.
Heute begehe ich einen Regelverstoß, ganz klar. Ich habe deswegen etwas mit mir gerungen, aber andererseits will ich dieses Bild unbedingt im Blog zeigen. Und natürlich erklären, was es damit auf sich hat – und warum es eigentlich gar nicht hier stehen dürfte.