Tag eins nach dem Brexit, business as usual. Ich befinde mich in England, genauer an der historischen Rennstrecke Brooklands, Mercedes stellt den neuen AMG GT R vor, Formel-1-Star Lewis Hamilton gibt ein PR-Interview fürs Radio. Weltpolitik? Europakrise? War da was?
Jahrelang war ich nicht live beim Tennis, heute konnte ich mir ein paar Ballwechsel beim Mercedes-Cup in Stuttgart ansehen. Zum Fotografieren dieser sehr schnellen Sportart (vor allem auf Rasen), hatte ich zwar die falsche Kamera dabei, aber ich habe mir mit einer kleinen Überstunde am Abend über diesen Nachteil hinweg geholfen.
Sonntag (29.5.2016) ist es endlich soweit: Die BBC startet die Kult-Autosendung „Top Gear“ neu, nun nicht mehr mit Jeremy Clarkson, sondern mit Chris Evans, mit Co-Gastgeber Matt LeBlanc (der aus „Friends“) und vier regelmäßig erscheinenden Gastmoderatoren. Aber das nur am Rande, denn hier geht es ja eigentlich um Fotografie. Und da interessiert mich heute die Frage: Schwarzweiß oder Farbe?
Dieses Bild schafft in Sachen Aufbau und Gestaltung etwas Interessantes: Es ist auf der einen Seite völlig klar – und auf der anderen Seite führt es den Betrachter (selbst wenn er eine Bildunterschrift zu lesen bekommt) in die Irre. Denn mal ehrlich: Was ist hier eigentlich zu sehen?
Darf man in einem Foto-Blog über Motivationskrisen schreiben? Noch dazu, wenn man selbst der Fotograf ist, der die ganze Sache am Laufen hält? Ich hatte befürchtet, dass dieser Tag kommt, darum gab es schon eine Art Plan B. Am Ende hat mich aber nur eine Weisheit von Loriot gerettet.
Öl, Schweiß und Tränen – oder wie sagt man in der Maschinistensprache? Heute bin ich für eine Fotoreportage an Bord eines Ausflugsschiffes gegangen und habe nicht nur den Ausblick und die Fahrgäste fotografiert, sondern auch die Leute, die am Tag der Arbeit arbeiten. Dieses Bild passt mir am besten zur Losung des 1. Mai, und fotografisch hat es eine Besonderheit zu bieten, auf die man gewöhnlich verzichtet.
Ich gebe es zu: So ein Foto ist leicht verdientes Geld. Das Modell sieht gut aus, hält still, wartet zusammen mit dem Fotografen auf das beste Licht – es ist keine besondere Herausforderung, ein Porträt von einer Statue zu machen, und trotzdem mache ich genau das ziemlich oft. Warum nur?
Das ist die Botschaft des Tages, wenn nicht des Jahres. Wir sehen den Wiener Fotografen Christian Anderl, der sich sein wichtigstes Geschäftsprinzip eingerahmt und ins Studio gestellt hat.
Mein Freund, der Baum – oder was? Nein, so sentimental bin ich nicht, zu diesem Bild hat mich vielmehr der heutige Arbeitstag mit meiner Praktikantin inspiriert. Wir haben nämlich über die beliebteste und wichtigste Form der Fotografie gesprochen.