Fotos können auch Haltungen verändern, davon bin ich überzeugt. Ich will jetzt diesem Schuss vom Wiener Naschmarkt keine weltbewegende Wirkung unterstellen – aber ich finde, wer es sich ansieht und gleich danach eine Bouillabaisse bestellt, der hat kein Herz, oder?
Heute habe ich einen Fehler gemacht und bin dafür bestraft worden. Denn ich habe die erste Chance, die sich mir für mein Projekt 366 bot, ausgelassen und mich selbst auf später vertröstet. Alle Zeit der Welt würde ich noch haben – weit gefehlt.
Was mir wirklich gefällt am Fotografieren: Ich suche gern neue Perspektiven. Heute war dafür reichlich Gelegenheit, weil ich mit meiner Praktikantin zum sowjetischen Ehrenmal nach Berlin-Treptow gefahren bin. Das gehört sicher zu den am meisten dokumentierten Sehenswürdigkeiten in Berlin – aber genau darum ist es so reizvoll, dort nach Blickwinkeln zu suchen, die noch nicht oder nur selten fotografiert worden sind.
Normalerweise denke ich nie an den Geburtstag von Ernst Thälmann – ich interessiere mich eher wenig für Arbeiterführer. Aber heute gab es den Auftrag, einen Gedenkstein zu Ehren Thälmanns und der Kommunistischen Partei abzulichten, und ich mag ja die Aufgabe, aus irgendwelchen öden Motiven doch noch ein interessantes Bild zu machen.
Wie im letzten Eintrag angekündigt: Heute (okay: gestern) war ich Konzertfotograf bei Subway to Sally. Nicht der Konzertfotograf, sondern einer von mehreren, aber immerhin. Die besondere Herausforderung: Ich war ü-ber-haupt nicht vorbereitet.
Variante 1: Unbearbeitete Raw-Datei – Blick auf das Hotel Aman Sveti Stefan, Budva/MNE @Stefan Anker
Achtung, Achtung – dies ist kein Bild, das ich favorisiere. Warum ich es trotzdem hier präsentiere, erschließt sich später im Text, wenn ich noch zwei andere Varianten dieses Fotos zeige. Um damit für die Wichtigkeit der Bildbearbeitung zu plädieren.
Sieht das gefährlich aus oder nicht? Jedenfalls kann sich jeder vorstellen, warum ich gesagt habe, fahrt ihr mal allein, ich gehe lieber fotografieren, oder?
Darf man jemals das zweitbeste Foto zeigen? Radio Eriwan antwortet darauf glasklar: Im Prinzip nein. Trotzdem kann ich das beste Foto meines heutigen Arbeitstages nicht hier einstellen, weil es noch in der „Welt“ veröffentlicht werden soll, wahrscheinlich am 23. April. Vorgreifen ist da ein bisschen schlecht, auch wenn ich das vor ein paar Tagen schon einmal gemacht habe – da hatte die Produktion aber sehr viele Bilder ergeben, während ich heute tatsächlich erst zwei Stück in mühevoller Kleinarbeit hergestellt habe. Focus-Stacking ist das Stichwort, und das kann dauern – aber ich sage mehr dazu, wenn ich so ein Foto auch mal gleichzeitig hier präsentiere. Heute habe ich eher eine Bitte an die Leser meines Blogs.
Ist es denn die Möglichkeit? So ungefähr sechs oder sieben Jahre habe ich sehr gut auf das Nussbaum-Parkett in unserem Wohnzimmer aufgepasst, aber neulich ist es doch passiert.